Stadler-Nachfolge: Audi-Interimschef Bram Schot ist praktisch alternativlos

Audi

Der 57-jährige Niederländer soll Audi bis Ende 2021 führen. In den Aufsichtsrat des FC Bayern zieht aber VW-Chef Herbert Diess.

Dass er einmal Audi-Chef werden würde, das hätte Bram Schot im Sommer 2017 wohl selbst nicht geglaubt. Damals leitete er noch den Vertrieb für VW-Nutzfahrzeuge in Hannover. Nach den gängigen Maßstäben im VW-Konzern ist man dort vom Audi-Chefsessel ungefähr so weit entfernt wie die Erde vom Mond.

Doch nach der Verhaftung von Rupert Stadler Mitte Juli ist bei Audi nicht mehr viel von den gängigen Maßstäben übrig. Und statt Transporter an Großkunden zu verkaufen, stellte eben Schot am Montagabend in Los Angeles den Audi „e-tron GT“ vor, einen bis zu 600 PS starken Elektrosportwagen. Die Woche dürfte noch besser für ihn enden: Bereits am Donnerstag soll der Audi-Aufsichtsrat Konzernkreisen zufolge dem bislang kommissarisch agierenden Audi-Chef einen Vertrag bis Ende 2021 geben.

Es ist eine Ernennung, die sich seit Monaten abzeichnete, denn nach der Verhaftung von Stadler und der De-facto-Absage von Markus Duesmann ist der 57-jährige Niederländer praktisch alternativlos. Schots Aufstieg begann im September 2017, als der damalige Audi-Vorstandschef Stadler ihn als Vertriebsvorstand nach Ingolstadt holte.

Stadler wollte mit neuen Gesichtern im Audi-Vorstand die Dieselaffäre hinter sich lassen – und seinen eigenen Job retten. Eine Rechnung, die nicht aufging: Die Staatsanwaltschaft München nahm den Audi-Chef im Juli dieses Jahres wegen Verdunklungsgefahr fest.

Schnell musste ein kommissarischer Vorstandschef her. Die Vertreter der Familien Porsche und Piëch plädierten für Finanzvorstand Alexander Seitz, doch die mächtigen Betriebsräte Peter Mosch (Audi) und Bernd Osterloh (Volkswagen) setzten den aus ihrer Sicht umgänglicheren Bram Schot durch.

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