Die „unklare Rechtslage“ ist das Lebenselixier des Aufsichtsrats

Aufsichtsrat

Aufseher sollten sich stets im Klaren darüber sein, dass die Rechtslage meist unklar ist. Ansonsten wäre ihr Gremium schließlich überflüssig.

Aufsichtsräte sind eine besondere Spezies. Das in der Öffentlichkeit gezeichnete Bild von ihnen lässt Vergleiche mit einem Chamäleon berechtigt erscheinen. Überwiegend werden die Unternehmensüberwacher immer noch als eher passive, reagierende Gremien dargestellt, die nicht selten zum falschen Zeitpunkt Verantwortliches unternehmen wollen.

Dabei bestätigt sich für nicht wenige Aufseher die Erkenntnis, dass auch hier eine beliebte Handlungsmaxime gilt: „Es muss was geschehen, aber es darf nicht passieren.“

Blickt man dagegen in die wissenschaftliche Aufbereitung des Aufsichtsrats und seiner Rechte und Pflichten, entsteht ein Bild ganz anderer Prägung: „Der fehlerhaft bestellte Aufsichtsrat“, „Der Aufsichtsrat in der Krise“, „Interessenkonflikte im Aufsichtsrat“ lauten einige der meist juristischen Analysen.

Das Zeug zu einem echten Best- wie Longseller aber hat die jüngst publizierte Abhandlung mit dem knackigen Titel: „Haftung der Aufsichtsratsmitglieder bei unklarer Rechtslage“. Vielleicht war dem Autor dieser Spezialuntersuchung, deren Ergebnisse zu Recht mit einem Doktorhut gekrönt worden sind, gar nicht bewusst, dass er damit nichts weniger als ein Alltags-Vademecum für Aufsichtsratsmitglieder geschaffen hat.

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