Lichtkonzern: Osram-Chef räumt auf Hauptversammlung Managementfehler ein

Olaf Berlien

Olaf Berlien steht wegen mehrmaliger Gewinnwarnungen in der Kritik. Der Aufsichtsrat gibt ihm Rückendeckung. Ein Großaktionär kündigte Widerstand an.

München. Das neue Jahr ist für die Osram-Aktionäre so gestartet, wie das alte geendet war: Das erste Quartal verlief eher schlecht, nach zwei Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr steht nun auch die Prognose 2019 auf der Kippe. Auf der Hauptversammlung am Dienstag übte sich Vorstandschef Olaf Berlien deswegen in Demut.

„Wir haben auch Fehler gemacht. Die Kritik an unserer Prognosefähigkeit ist berechtigt“, sagte er. Die Auftragsbestände hätten weiteres Wachstum signalisiert. Daher sei man zu optimistisch in der Planung gewesen. Das schmerze ihn persönlich. „Wir bedauern das.“

Aufsichtsratschef Peter Bauer nannte die Situation „sehr unbefriedigend“. Er gab Berlien aber für seine Strategie Rückendeckung. Der Vorstand könne sich auf die Unterstützung des Aufsichtsrats verlassen.

Der Aktienkurs von Osram hatte sich angesichts der schwachen Geschäftsentwicklung zwischenzeitlich auf gut 30 Euro mehr als halbiert. Doch wenige Tage vor der Hauptversammlung half das Interesse von Finanzinvestoren an dem Lichtkonzern dem Kurs auf die Sprünge: Osram bestätigte, dass man „vertiefte Gespräche“ mit Bain Capital und Carlyle führe. Die Finanzinvestoren erwägen eine Komplettübernahme, um Osram anschließend vorübergehend von der Börse zu nehmen.

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