Vorstandsvergütung für 2018: Gehalt von SAP-Chef McDermott sinkt auf 11,75 Millionen Euro

Bill McDermott

SAP-Chef Bill McDermott bekommt eine deutlich geringere Vergütung. Trotzdem dürfte der Amerikaner weiterhin zu den Top-Verdienern im Dax zählen.

Düsseldorf. SAP-Chef Bill McDermott hat große Ziele: Der deutsche Softwarekonzern soll weiter kräftig wachsen, der Börsenwert darüber in den nächsten Jahren auf 300 Milliarden Euro steigen. Die Aktionäre und Analysten sind mit der Entwicklung jedoch nicht rundum zufrieden – bei der Vorlage der Zahlen für 2018 bemängelten beispielsweise viele, dass nach der erfolgreichen Neuausrichtung die Profitabilität zu wünschen übrig lasse.

Diese Entwicklung macht sich bei der Vorstandsvergütung bemerkbar. Konzernchef McDermott hat 2018 rund 11,75 Millionen Euro erhalten, elf Prozent weniger als die 13,17 Millionen Euro im Vorjahr. Der Amerikaner verschlechtert sich deutlich im Vergleich zu den vergangenen Jahren, dürfte aber weiter zu den Spitzenverdienern in den Dax-Konzernen gehören – im vergangenen Jahr lagen vier Chefs über der Schwelle von zehn Millionen Euro.

Die Zuwendungen für den gesamten Vorstand stiegen um knapp sieben Prozent auf 43,95 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht fürs vergangene Jahr hervorgeht, den SAP am Donnerstag veröffentlicht hat. Die Manager bekommen nur einen Teil der Vergütung direkt ausgezahlt, die langfristigen Boni erhalten sie erst nach Ablauf einer Frist von vier Jahren.

Auf McDermotts Konto kam 2018 sogar deutlich weniger an als 2017. Der Zufluss, bemessen nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex, sank von 21,79 auf 9,78 Millionen Euro. Das ist einem Sondereffekt geschuldet: Im Vorjahr hatte der Manager die Anteile aus mehreren langfristigen Vergütungsprogrammen ausgezahlt bekommen, die sich dank der starken Aktienkursentwicklung über die Jahre zu einem historischen Spitzenwert summierten.

SAP begründet die hohe Vergütung damit, dass der Vorstand die „anspruchsvolle Aufgabe“ habe, „ein globales Unternehmen in einer schnelllebigen Branche zu führen“. Zudem müsse die Bezahlung im „weltweiten Wettbewerb um hochqualifizierte Führungskräfte“ international konkurrenzfähig sein. Sprich: Wenn Unternehmen wie MicrosoftIBM und Google ihre Manager hoch bezahlen, will SAP nicht nachstehen – obwohl das bei der Einführung des Modells auf Kritik stieß.

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