Aktionär kritisiert Einfluss auf Konzern: Wolfgang Porsche schießt gegen VW-Betriebsrat

Wolfgang Porsche

Er habe nichts gegen Mitbestimmung, versichert Wolfgang Porsche. Doch kritisiert der Volkswagen-Aktionär entschieden die seiner Meinung nach zu große Machtfülle von Betriebsrat und Gewerkschaften bei dem Konzern. Der Einfluss habe „Verkrustungen“ begünstigt, die jetzt den raschen Umbau des Autobauers bremsten.

Volkswagen-Miteigner Wolfgang Porsche hat sich kritisch über die Macht von Betriebsrat und Gewerkschaft bei dem Autobauer geäußert. Er warf der Arbeitnehmervertretung am Rande des Genfer Autosalons indirekt vor, für „Verkrustungen“ bei Volkswagen mitverantwortlich zu sein. Auch bei der Tochter Audi seien solche Strukturen entstanden. Audi sei nicht flexibel genug. „Das sind erste Verkrustungen in Ingolstadt. In Wolfsburg gibt es das schon lange“, sagte der 75-Jährige am Montagabend.

Wolfgang Porsche betonte, er habe nichts gegen die Mitbestimmung der Arbeitnehmer. „Aber auch die Betriebsräte müssen sich bewegen.“ Volkswagen müsse effizienter und produktiver werden. Er nahm auch die von VW im Zuge des Wandels zu einem führenden Anbieter von Elektroautos gewährte Jobgarantie für die Belegschaften in Deutschland aufs Korn: „Wir geben eine Arbeitsplatzgarantie bis 2025 oder sogar bis 2028 und wissen nicht, was in zwei Jahren aus China kommt. Das ist für mich problematisch.“

„Mitarbeiter haben viele Herausforderungen nicht zu verantworten“

Porsche bekräftigte, er unterstütze den Kurs von Konzernschef Herbert Diess, der den lange als behäbig geltenden Wolfsburger Autobauer flott machen will und Einsparungen vorantreibt, um die hohen Investitionen für die Elektro-Offensive freizulegen. Dabei legt er Insidern zufolge ein Tempo vor, bei dem Mitarbeiter befürchten müssen, den Anschluss zu verlieren. Der Betriebsrat wollte sich zu den Aussagen von Porsche nicht äußern.

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