AR-Chef Landau tritt noch einmal an, Appel steigt wieder aus: Neue Aufseher für Adidas-Chef Rorsted

Adidas

Adidas bekommt zur Hauptversammlung Anfang Mai drei neue Aufsichtsräte auf der Kapitalseite. Die drei Namen sind weniger überraschend als der Name eines Aufsehers, der nochmal verlängern will.

Seine ersten zweieinhalb Jahren als Chef von Adidas hat Kasper Rorsted (57) auch dazu genutzt, sich eine Hausmacht zu schaffen. Die Vorstandsposten für Finanzen und Produktion? Neu besetzt. Das Vorstandsressort Personal? Neu geschaffen. Diverse weitere Getreue seines Vorgängers Herbert Hainer (64), der den zweitgrößten Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2018: 22 Milliarden Euro) von 2001 bis 2016 fast eine Ewigkeit lang führte, verloren ihre Ämter.

Das Durchfegen überstanden nur Markenguru Eric Liedtke (52) und Vertriebschef Roland Auschel (55). Der US-Amerikaner Liedtke hatte Adidas bereits zum Ende der Hainer-Ära wieder sexy gemacht. Auschel gilt am Sitz in Herzogenaurach ob seiner exzellenten internationalen Kontakte als unverzichtbar.

Auf der Hauptversammlung am 9. Mai ist nun der Aufsichtsrat dran. Fünf der acht Mandate auf der Kapitalseite laufen zur HV Anfang Mai aus – perfektes Timing also für einen beherzten Umbau. Und die Kandidaten, die Adidas heute bekannt gegeben hat, deuten darauf hin, dass Rorsted bekommt, was er sich wünscht: eher schwache Aufseher.

Warum Igor Landau noch einmal antritt

Die größte Überraschung: Aufsichtsratschef Igor Landau (75) tritt noch einmal an. Der Franzose will das Gremium ein weiteres Jahr führen, um „die reibungslose Übergabe an einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden zu gewährleisten“. Das klingt nach Versagen der für das Räte-Casting engagierten Berater von Egon Zehnder – und auch von Landau selbst.

Dass er in diesem Jahr abtreten sollte, weiß er seit Jahren. Einen Übergang hätte er also längst einleiten können und müssen. Und offenbar gelang es den Headhuntern auch nicht, einen geeigneten Oberaufseher zeitig zu rekrutieren – vielleicht auch deswegen, weil sich in heimischen Topetagen herumgesprochen hat, wie robust Rorsted oft auf Ratschläge Dritter reagiert.

Mit Landau hatte Rorsted bislang leichtes Spiel

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