Familienunternehmen: Bei Jungheinrich herrscht beim Führungswechsel Harmonie

Jungheinrich

Jungheinrich-Vorstand Hans-Georg Frey wechselt in den Aufsichtsrat. Bei der diesjährigen Hauptversammlung erntet der langjährige Manager viel Lob.

Hamburg. Mit viel Gegenwind musste Hans-Georg Frey bei der Hauptversammlung nicht rechnen, im Gegenteil: Das Aktionärstreffen in der Hamburger Neuen Flora hat Harmonie zwischen Management, Familie und den Aktionären demonstriert. Frey bekam dabei viel Lob zu hören: Er sei ein „Fels in der Brandung, einer der sagt, was er denkt, und denkt, was er sagt“, sagte zum Beispiel Wolff Lange, Vertreter der Unternehmerfamilien über die Leistungen des Managers.

Fast auf den Tag genau vor zwölf Jahren startete Frey als Vorstandschef beim Jungheinrich, der Nummer drei weltweit bei Gabelstaplern und Logistiksystemen weltweit. Er hat beträchtliche Erfolge vorzuweisen: Der Umsatz des Unternehmens hat sich verdoppelt, die Aktionäre bekamen regelmäßig Dividenden gezahlt und es wurden 8.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Doch nun dreht sich bei dem Hamburger Traditionsunternehmen das Personal-Karussell: Am ersten September wird Frey den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden von Jürgen Peddinghaus einnehmen, vorausgesetzt, der Aufsichtsrat wählt ihn. Vertriebschef Lars Brzoska soll ihm dann als Vorstandschef folgen.

Frey, Peddinghaus und nun auch Brzoska haben eines gemeinsam: Sie sind Fremdmanager in einem Unternehmen, das in Familienhand liegt. Ihre Rolle als Treuhänder wird auch bei der diesjährigen Hauptversammlung deutlich, auch Aktionärsschützer heben sie hervor.

Jungheinrich ist mit dem Fremdmanager-Modell in guter Gesellschaft: Von den 600 größten Familienunternehmen werden 187 von Fremdmanagern geführt, zeigt eine Studie des ZEW und des Instituts für Mittelstandsforschung in Mannheim im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen. Es gilt: Je höher die Mitarbeiterzahl und je höher der Umsatz, desto wahrscheinlicher lassen die Familien einen Fremden ans Ruder.

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