Hauptversammlung: Henkel-Chef Van Bylen kämpft mit Zugeständnissen um neues Vertrauen der Aktionäre

Henkel

Der Henkel-Chef verteidigt seine Strategie trotz sinkenden Aktienkurses. Bereits in diesem Jahr sollen Investitionen ins Marketing Früchte tragen.

Düsseldorf. Henkel-Chef Hans Van Bylen verteidigt seine neue Wachstumsstrategie. „Wir sind überzeugt: Wir haben die richtige Entscheidung getroffen“, sagte er am Montag auf der Hauptversammlung des Konsumgüterkonzerns in Düsseldorf. Das sei gut für Henkel und „für den langfristigen Erfolg unseres Unternehmens“.

Er bezog sich damit auf seine Ankündigung des Klebstoff-, Waschmittel- und Körperpflegemittel-Konzerns im Januar, dass Henkel im laufenden Jahr mit einer sinkenden Rendite rechnet. Statt der 17,6 Prozent im vergangenen Jahr erwartet er nur noch 16 bis 17 Prozent. Er begründete dies zwar mit jährlich zusätzlichen Investitionen vor allem ins Marketing von 300 Millionen Euro. Doch die Aktie stürzte um zehn Prozent ab. Bis heute hat sie sich davon noch nicht richtig erholt.

„Für die Aktionäre war 2018 ein Jahr der Enttäuschung“, sagte Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW in Düsseldorf – „wenn auch auf hohem Niveau“. Die Aktionärsschützerin kritisierte den „Sand im Getriebe des Henkel-Motors“. Sie verwies auf die Probleme bei der Umstellung der Logistik in Nordamerika Anfang vergangenen Jahres und die Gewinnwarnung im August vergangenen Jahres.

Benner-Heinacher macht sich Sorgen, dass die Vorzeigesparte Klebstoffe im laufenden Jahr auf Erfolgskurs bleiben wird. Sie sieht „erste Schwächen in der Konjunktur der Autoindustrie“ und einen „Rückgang im Smartphone-Geschäft“. Für den Henkel-Konzern ist das Klebstoff-Geschäft sehr wichtig. Es macht rund 47 Prozent des Konzernumsatzes aus. Außerdem ist es mit einer operativen Rendite von 18,7 Prozent bislang die profitabelste Sparte des Klebstoff-, Waschmittel- und Körperpflegemitte-Konzerns aus.

Auf Handelsblatt weiterlesen...