„Overboarding“: Aktionäre sollen bei der Managervergütung bald mitreden

Aktionäre

Um Überbezahlung oder Fehlentwicklungen bei Vorstandsgehältern zu vermeiden, sollen Aktionäre bei Hauptversammlungen zukünftig mitbestimmen dürfen.

Frankfurt. Ausgerechnet die beiden Chefaufsichtsräte, die derzeit im Feuer der Investoren stehen, werden für ihren Job extrem unterschiedlich entlohnt. Werner Wenning bekommt für sein Bayer-Mandat mit gut 400.000 Euro nicht einmal die Hälfte des Salärs von Paul Achleitner bei der Deutschen Bank.

Achleitner hat weiterhin den bestbezahlten Aufsichtsposten. Die Vorsitzenden der Dax-Aufsichtsräte bekommen für ihr Mandat durchschnittlich 424.000 Euro, hat die Vergütungsberatung HKP ausgerechnet.

Die Experten halten das angesichts der Aufgabenfülle und Haftungsrisiken der Aufsichtsräte für angemessen. Zum Vergleich: Die Board-Chefs der Unternehmen aus dem Europäischen Stoxx kassieren im Schnitt 913.000 Euro, haben zum Teil aber zusätzliche Aufgaben beziehungsweise ist der Chefposten ein Fulltimejob.

Für Achleitner und Wenning dürften die Mandate angesichts der Probleme in ihren Unternehmen und mit Investoren derzeit ebenfalls tagesfüllend sein. Grundsätzlich gilt das Aufsichtsratsmandat in Deutschland als Teilzeitjob. Maximal zehn Mandate lässt das Aktienrecht zu, nur fünf billigt der Corporate Governance Kodex. Der Posten des Vorsitzenden wird doppelt gerechnet.

Auch Investoren und Stimmrechtsberater achten immer häufiger auf das sogenannte Overboarding, wenn Multiaufsichtsräte zu viele Mandate sammeln. Gemessen an den Dax-Posten, haben Michael Diekmann (Allianz, BASFFresenius, Siemens) und Karl-Ludwig Kley (BMW, Lufthansa, Eon) das Limit erreicht. Die Gesamtvergütung ist entsprechend: 1,4 Millionen für Diekmann, 1,16 Millionen Euro für Kley.

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