Dr. Volks und Mr. Wagen

Volkswagen

Bei der Hauptversammlung des weltgrößten Autoherstellers Volkswagen zeigt sich die ganze Schizophrenie, die derzeit typisch für die Branche ist.

Bei Volkswagen haben sie zumindest eine Lektion gelernt. Als sich der Vorstandsvorsitzende Herbert Diess bei der Hauptversammlung in Berlin an die Aktionäre wendet, wimmelt es nur so von Begriffen, die nach Verantwortung klingen. Nach sozialer, juristischer, vor allem aber ökologischer Verantwortung. „Entschlossener als unsere Wettbewerber“ treibe man den Wandel voran, sagt Diess. Die Diesel-Affäre, die den Konzern in einen Abgrund aus Image-Verlust und Strafzahlungen in Milliardenhöhe gestürzt hatte, sei der „Startschuss für eine grundlegende Neuausrichtung unseres Konzerns“ geworden.

Und aus Sicht des Konzerns ist das ja nicht falsch: Konfrontiert mit dem massiven Skandal des Abgasbetrugs, unter dem Druck auch der bald steigenden EU-Grenzwerte für den Flottenausstoß von CO2, hat Volkswagen ein gigantisches Umerziehungsprogramm gestartet. In den kommenden zehn Jahren soll Millionen von Elektroautos gebaut werden, bis 2030 soll der Elektro-Flottenanteil in Europa und China auf sage und schreibe 40 Prozent steigen. Das Ganze soll zudem bald CO2-neutral produziert werden, zumindest ist dies das erklärte Ziel des Unternehmens.

So also stellt sich Volkswagen die Zukunft vor.

Die Gegenwart des Konzerns aber sieht völlig anders aus, und sie findet sich in den Bildern, die während Diess‘ Rede an die Wand des Kongresszentrums City Cube in Berlin geworfen werden.

 

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