Nach der Hauptversammlung: Deutsche Bank sucht nach Alternative zu Investment-Chef Garth Ritchie

Deutsche Bank

Frankfurt. Die Deutsche Bank stellt sich auf den Abschied ihres Investmentbanking-Chefs ein. Die Spitze sieht sich nach alternativen Kandidaten um.

Die Deutsche Bank bereitet sich auf einen möglichen Abgang von Garth Ritchie vor. Das Institut sehe sich intern wie extern nach Alternativen um für den Fall, dass der Investmentbanking-Vorstand die Bank verlassen sollte, sagten mehrere mit dem Sachverhalt betraute Personen dem Handelsblatt. Bislang sei die Bank aber nicht fündig geworden, hieß es. „In der Bank gibt es Zweifel daran, ob es mit Garth Ritchie und Sylvie Matherat noch lange funktioniert“, sagte ein Insider.

Entschieden ist der Abschied allerdings noch nicht. Zudem gibt es widersprüchliche Angaben dazu, ob die Bank nach Ersatz Ausschau hält, weil sie Ritchie ablösen will, oder ob Ritchie von sich aus mit seinem Abschied liebäugelt. Die „Financial Times“ hatte berichtet, Ritchie könne das Geldhaus verlassen, weil er mit den von Vorstandschef Christian Sewing geplanten Einschnitten im Investmentbanking nicht einverstanden sei. Auch das schlechte Abstimmungsergebnis auf der Hauptversammlung sei ein Grund.

Ritchie sagte der britischen Zeitung allerdings, er fühle sich der Bank und seiner Aufgabe voll verpflichtet und stimme mit Vorstandschef Sewing mit Blick auf die Pläne der Bank voll überein.

Beim Aktionärstreffen hatten die Anteilseigner ihn und Regulierungsvorständin Matherat nur mit 61 Prozent der Stimmen entlastet. Damit lag das Votum für ihn noch 14 Prozentpunkte niedriger als das der übrigen Vorstände, die mit 75 Prozent entlastet wurden.

Bei der Hauptversammlung waren 35 Prozent des Grundkapitals der Bank vertreten. Für das deutlich schlechtere Abstimmungsergebnis von Ritchie und Matherat waren also einer oder mehrere Investoren verantwortlich, die ein Aktienpaket von fünf Prozent aller Deutsche-Bank-Anteilsscheine kontrollieren.

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