Sondersitzung: Zielke im Kreuzverhör: Commerzbank sucht neue Strategie

Commerzbank

Der Commerzbank-Aufsichtsrat lädt den Vorstand zum Rapport: CEO Zielke muss auf einer Sondersitzung erklären, welche Strategie er nach der gescheiterten Fusion verfolgt.

Frankfurt, Berlin. Vor drei Wochen haben die Commerzbank und die Deutsche Bank ihre Gespräche über einen Zusammenschluss beendet. Doch zur Ruhe gekommen sind die beiden größten deutschen Privatbanken seitdem nicht. Hinter den Kulissen beraten die Institute über ihre künftige strategische Ausrichtung – und dabei geht es bei der Commerzbank durchaus kontrovers zu.

Auf Antrag des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Uwe Tschäge findet am 21. Mai um 15 Uhr eine Sondersitzung des Kontrollgremiums statt, wie mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt sagten. Bei der Sitzung müsse der Vorstand ausführlich darlegen, warum er die Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank beendet hat und welche strategischen Pläne er nun verfolgt.

Auch die Vertreter der Bundesregierung im Commerzbank-Aufsichtsrat haben sich Finanzkreisen zufolge für die Sondersitzung ausgesprochen. Der Staat hält nach der Rettung in der Finanzkrise noch gut 15 Prozent an dem Institut.

Die große Frage ist, ob die Commerzbank auf Dauer allein bestehen kann oder von einem ausländischen Geldhaus geschluckt wird. Die niederländische ING und die italienische Unicredit haben Finanzkreisen zufolge in der Vergangenheit in Berlin grundsätzlich Interesse signalisiert. Konkrete Gespräche gab es bisher aber nicht.

An diesem Dienstag dementierte Unicredit Medienberichte, das Institut habe Investmentbanken damit beauftragt, einen Kauf der Commerzbank vorzubereiten. Auch der Vorstand von Deutschlands zweitgrößter Privatbank rechnet in naher Zukunft nicht mit Übernahmeofferten. Bisher habe niemand angeklopft, sagte Finanzchef Stephan Engels kürzlich. Einen Bieterwettkampf um die Commerzbank sehe er im Moment „echt nicht kommen“.

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