Elon Musk beruhigt die Aktionäre an der Hauptversammlung: «Wir haben kein Nachfrageproblem»

Elon Musk

An der diesjährigen Hauptversammlung hat Tesla-Chef Elon Musk versucht, die Aktionäre zu beruhigen. Diese schenken ihm weiterhin ihr Vertrauen.

(Bloomberg)/osr. · Tesla-Chef Elon Musk kann Fans begeistern, er kann sie aber auch in den Wahnsinn treiben. Das gilt nicht nur für Fahrzeugbesitzer, sondern besonders für die Aktionäre, denn Tesla-Aktionäre leben schliesslich nicht von Visionen allein.

An der Hauptversammlung vom Dienstag im Silicon Valley versuchte der Visionär Musk ein weiteres Mal, die Aktionäre zu beruhigen und bei der Stange zu halten. Im zweiten Quartal wolle Tesla 90 000 bis 100 000 Autos ausliefern, verkündete er. Im ersten Quartal war es zu Produktionsproblemen beim Model 3 gekommen, weil Tesla wenig Erfahrung mit der Massenproduktion hatte. Die Verkäufe und Vorbestellungen überstiegen die Produktionskapazitäten bei weitem. Die Probleme trugen schliesslich mit zum Verlust von 702 Mio. $ im ersten Quartal bei. Langsam könnte dem Elektroautobauer sogar das Geld ausgehen. Bei den 90 000 bis 100 000 Autos handelt es sich allerdings nicht nur um noch nicht gelieferte Bestellungen. Die Nachfrage nach den Elektroautos sei nach wie vor da, sagte Musk an der Hauptversammlung: «Ich möchte eins klarstellen: Wir haben kein Nachfrageproblem.»

Suche nach europäischem Standort

In diesem Jahr will Tesla 60 bis 80% mehr Autos produzieren. Durch das expansive Wachstum sei es allerdings schwierig, profitabel zu sein, sagte Musk. Ende nächsten Jahres möchte Tesla auch mit dem SUV-Modell Y in Serienproduktion gehen. Ziel sei es, eine Produktionsstätte auf jedem Kontinent zu haben. In Schanghai baut Tesla bereits seine sogenannte Gigafactory. Hier sollen sowohl Batterien als auch das Model 3 und das Model Y für den chinesischen Markt produziert werden. China ist nach den USA der zweitgrösste Absatzmarkt von Tesla. Auch Zölle im anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA und China könnte Musk dadurch umgehen. Um Logistikkosten zu minimieren, sei es für Tesla vorstellbar, noch weitere Werke in China zu eröffnen, sagt Musk. In Europa sei Tesla noch auf der Suche nach einem Standort. Bis Ende des Jahres soll hier aber eine Entscheidung getroffen werden.

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