Telekom kurz vor dem Ziel: Höttges’ Amerika-Traum könnte sich erfüllen

Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom könnte vor dem wichtigsten Deal der Firmengeschichte stehen. Die Milliarden-Übernahme des US-Rivalen Sprint war nie so nah wie jetzt.

New York, Bonn, Düsseldorf. Der Telekom-Chef ist seinem großen Ziel, einer Megafusion in den USA, so nah wie nie zuvor. Am Mittwoch informierte Tim Höttges nach Handelsblatt-Informationen die Topentscheider des Konzerns, dass die 26 Milliarden Dollar schwere Fusion von T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint voraussichtlich eine entscheidende Hürde nehmen werde: Die Genehmigung des Zusammenschlusses durch das Justizministerium stehe kurz bevor.

Für die Telekom ist die Fusion der zentrale Baustein der US-Strategie. Ein Jahr lang haben sich die zähen Verhandlungen mit den strengen US-Wettbewerbshütern hingezogen. Aber selbst wenn das Ministerium nun grünes Licht signalisiert, gibt es noch eine weitere Hürde zu bewältigen: Die Generalstaatsanwälte von 14 demokratisch regierten Bundesstaaten hatten gegen den Zusammenschluss geklagt. Eine Entscheidung steht noch aus.

Schon heute sind die USA mit mehr als der Hälfte des Umsatzes der wichtigste Auslandsmarkt für die Telekom. Jedes Quartal gewinnt T-Mobile US gut eine Million Neukunden – mehr als jede andere Landesgesellschaft.

Und so sind am Mittwoch um 10.15 Uhr, als die Telefonkonferenz steht, die wichtigsten Entscheider der Deutschen Telekom versammelt. CEO Timotheus Höttges hatte die Topleute aus dem Vorstand und dem Aufsichtsrat zusammengetrommelt.

Der Architekt des Deals ist aus den USA zugeschaltet: Thorsten Langheim, Telekom-Vorstand für die USA und die Konzernentwicklung. Er gibt einen Einblick, was er und sein Team in den vergangenen Wochen und Monaten erreicht haben.

Langheim gilt schon heute als der wichtigste Dealmaker des Dax-Konzerns. Aber in den USA könnte ihm gelingen, was viele Topentscheider der Telekom lange für unmöglich hielten: die Zustimmung der US-Wettbewerbshüter für einen großen Zusammenschluss auf dem US-amerikanischen Telekommunikationsmarkt. Schließlich hatte die US-Regierung unter Präsident Barack Obama größere Fusionen unterbunden – darunter auch den Verkauf von T-Mobile US an AT&T.

Langheim ist bestimmt, aber nicht euphorisch, erfährt das Handelsblatt aus Teilnehmerkreisen. Die Fusion sei auf einem guten Weg. Die Telekom habe viel erreicht. Es gebe gute Chancen, dass der Zusammenschluss gelingt. Für Jubel sei es aber noch zu früh.

Seitdem die 26 Milliarden Dollar schwere Fusion vor mehr als einem Jahr vereinbart wurde, haben die Entscheider vieles erlebt. Schon früh gab das Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) seine Zustimmung für den Zusammenschluss.

Fusion nur unter Auflagen

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