Volkswagen: Der teuerste Minijobber aller Zeiten?

Ganz ehrlich: Dass aus dem Hause VW noch mehr schlechte Nachrichten kommen, was überhöhte Managervergütungen angeht, schien uns unwahrscheinlich. Doch nun hat die „Bild am Sonntag“ ans Licht gebracht: Ex-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hat nach seiner Ablösung Ende 2006 zwar keine Abfindung kassiert, aber bis 2012 noch jedes Jahr rund zehn Millionen Euro erhalten – und dafür angeblich nur ein bis zwei Tage im Monat in Wolfsburg gearbeitet. Das mag gängige …

Weiterlesen

Steuern: Wie der Fiskus Aufsichtsräte diskreditiert

Der Governance-Experte Manuel Theisen hat in seiner Handelsblatt-Kolumne an eine Steuervorschrift erinnert, die uns aus der Zeit gefallen scheint: Unternehmen dürfen Aufsichtsratsvergütungen nur zur Hälfte als Betriebsausgaben geltend machen. Die Regelung stammt aus einer Zeit, in der Gremiensitzungen meist Rotweinrunden waren und somit der Verdacht nahelag, dass Verantwortliche vor allem Freunde und Bekannte subventionierten. Das ist inzwischen die Ausnahme; die meisten Aufsichtsräte leisten ehrliche Arbeit im Interesse des Unternehmens. Höchste …

Weiterlesen

Aktienrecht: Die Rückkehr räuberischer Aktionäre?

Die Ära der Berufskläger (oder auch „räuberischer Aktionäre“) schien vorbei. Ihr Geschäftsmodell – wichtige HV-Beschlüsse blockieren und sich für den Rückzug von Unternehmen bezahlen lassen – funktionierte dank neuer Gesetze nicht mehr. Doch jetzt ist eine neue Spezies auf dem Vormarsch, die Unternehmen mit Sonderprüfungsanträgen, Schadensersatz- und Abfindungsklagen unter Druck setzt – und dabei nur zum Schein die Interessen aller Aktionäre verfolgt. In Wahrheit geht es einigen (wenigen) offenbar nur …

Weiterlesen

Vergütungen: Grenzen setzen statt Konflikte scheuen

Fresenius-Manager Stephan Sturm war 2015 der Spitzenverdiener unter den Dax-Finanzchefs: Laut einer hkp-Studie erhielt er 7,9 Mio. Euro – vor allem dank üppigen Aktienoptionen. Fresenius und die Tochter FMC seien die einzigen Dax-Konzerne, „die noch über echte Aktienoptionen verfügen“, so hkp. Manager könnten also frei entscheiden, wann sie fällige Optionen einlösen; zudem seien diese „nicht nach oben gedeckelt“. Wir erinnern an den Corporate Governance Kodex, der „betragsmäßige Höchstgrenzen“ empfiehlt – …

Weiterlesen

Nachfolgeplanung: Bitte keine Buddys an Bord holen!

Selten ist ein Aufsichtsratschef derart unter Rechtfertigungsdruck geraten wie Eckhard Cordes. Auf der Bilfinger-HV letzte Woche musste er erläutern, wie er den neuen CEO ausgewählt hat: „Ich habe umfangreiche Referenzen eingeholt und kenne ihn seit mehreren Jahren persönlich.“ Das Misstrauen ist verständlich – schließlich steht Bilfinger nicht gut da, und die AR-Personalentscheidungen waren zuletzt eher unglücklich. Aber nicht nur in solchen Fällen beäugen Investoren Nachfolgeprozesse zunehmend kritisch und fordern mehr …

Weiterlesen

Kodex: Firmen ignorieren Empfehlungen zum Aufsichtsrat

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Der deutsche Governance-Kodex hat sich etabliert, laut einer Studie des Center for Corporate Governance an der HHL Leipzig Graduate School of Management erfüllen Dax- und MDax-Firmen im Schnitt 96,1% der „Soll-Empfehlungen“. Ausgerechnet bei den fünf Empfehlungen zur „Zusammensetzung des Aufsichtsrats“ hakt es jedoch: Hier ist die Quote mit 56 % am niedrigsten – vor allem, weil sich viele Unternehmen nicht umfassend zu konkreten …

Weiterlesen

Stada: Warum Aktivisten den Pharmakonzern angreifen

Ein aktueller Fall zeigt eindrucksvoll, dass Aktivisten Corporate-Governance-Schwächen gezielt für Attacken nutzen. Denn es ist sicher kein Zufall, dass die Beteiligungsfirma Active Ownership mit dem Pharmakonzern Stada ein Unternehmen ins Visier nimmt (siehe unten „Investorenszene“), das seit Jahren in der Kritik steht – wegen hoher Managersaläre und aktuell wegen der Führungsstruktur, die laut Handelsblatt „einseitig zugeschnitten“ ist auf Hartmut Retzlaff, der Stada seit 23 Jahren führt. Das Kalkül der Aktivisten …

Weiterlesen

Wie Aktien ohne Stimmrechte Unternehmen schaden

Der Widerstand gegen Dual-Class-Systeme wächst (GermanBoardNews vom 8. April), und auch wir sehen Aktien ohne Stimmrechte kritisch. Denn es besteht nicht nur die Gefahr, dass mächtige Großaktionäre die übrigen Investoren ausbooten. Die Übermacht kann auch dem Unternehmen schaden, weil Interessen keineswegs kongruent sein müssen. Das zeigt der Fall VW: Berichten zufolge hat Niedersachsen trotz tiefroter Zahlen auf eine Dividende gedrängt – womöglich, weil es um Einfluss fürchtete. Denn laut Aktienrecht …

Weiterlesen

Deutsche Bank: Warum der Aufsichtsrat jetzt Hilfe braucht

Ein zerstrittener Aufsichtsrat ist das Letzte, was ein Unternehmen braucht – vor allem, wenn die Lage ernst ist. Wie bei der Deutschen Bank, wo ein besonders heftiger Zwist tobt: AR-Vize Alfred Herling hat seinen Kollegen Georg Thoma öffentlich kritisiert; zudem landeten interne Emails bei Journalisten. Im Kern geht es um die Frage, ob das Gremium zu viel Vergangenheitsbewältigung betreibt – und zu wenig über die Zukunft spricht. Angesichts der Eskalation …

Weiterlesen

Vergütungen: Eine weltweite Revolte hat begonnen

Der Widerstand gegen überzogene Managervergütungen erreicht in der laufenden HV-Saison neue Ausmaße – und zwar weltweit. Nachdem Aktionäre gegen das Salär von BP-Chef Bob Dudley stimmten (GermanBoardNews vom 22. April), schrammte nun Anglo-American-Chef Mark Cutifani knapp an einer Niederlage vorbei. Auch in den USA gibt es ungewöhnlich heftige Kritik, etwa gegen die Saläre bei Oracle und Yahoo. Die Investorenberatung Hermes EOS nimmt nun „non-executive Directors“ in die Pflicht: Es sei …

Weiterlesen

Aktienrückkäufe: Boni sorgen für fatale Fehlanreize

Die Forderungen nach besseren Vergütungssystemen werden deutlicher. So haben US-Gewerkschaften gemeinsam mit Investoren zahlreiche Aktionärsinitiativen angeschoben, um zu verhindern, dass Aktienrückkäufe über steigende Kurse die Vorstandsboni erhöhen. Sie fürchten zu Recht, dass Manager ihr Einkommen maximieren, statt das Geld zum Wohle des Unternehmens einzusetzen. Auch wenn die Rückkäufe hierzulande moderater ausfallen als in den USA (siehe GermanBoardNews vom 1. April), sollten Aufsichtsräte bei entsprechenden Vorschlägen hellhörig werden – und vor …

Weiterlesen

Vergütung: Wachsende Zweifel an individuellen Boni

Eine aktuelle US-Studie nährt die Zweifel an den gängigen Vergütungssystemen für Vorstände. Ein Team von US-Ökonomen hat 700 Unternehmen unter die Lupe genommen und festgestellt, dass Manager ihre Zielvorgaben in den letzten 15 Jahren auffallend häufig punktgenau erreichten – und deshalb den vollen Bonus kassierten. Dazu würden sie immer wieder langfristig schädliche Instrumente einsetzen und etwa Forschungs- oder Marketingausgaben kürzen. Das Studien-Ergebnis bestätigt uns in unserer Skepsis gegenüber individuellen Boni …

Weiterlesen