Wie Aktien ohne Stimmrechte Unternehmen schaden

Der Widerstand gegen Dual-Class-Systeme wächst (GermanBoardNews vom 8. April), und auch wir sehen Aktien ohne Stimmrechte kritisch. Denn es besteht nicht nur die Gefahr, dass mächtige Großaktionäre die übrigen Investoren ausbooten. Die Übermacht kann auch dem Unternehmen schaden, weil Interessen keineswegs kongruent sein müssen. Das zeigt der Fall VW: Berichten zufolge hat Niedersachsen trotz tiefroter Zahlen auf eine Dividende gedrängt – womöglich, weil es um Einfluss fürchtete. Denn laut Aktienrecht …

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Deutsche Bank: Warum der Aufsichtsrat jetzt Hilfe braucht

Ein zerstrittener Aufsichtsrat ist das Letzte, was ein Unternehmen braucht – vor allem, wenn die Lage ernst ist. Wie bei der Deutschen Bank, wo ein besonders heftiger Zwist tobt: AR-Vize Alfred Herling hat seinen Kollegen Georg Thoma öffentlich kritisiert; zudem landeten interne Emails bei Journalisten. Im Kern geht es um die Frage, ob das Gremium zu viel Vergangenheitsbewältigung betreibt – und zu wenig über die Zukunft spricht. Angesichts der Eskalation …

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Vergütungen: Eine weltweite Revolte hat begonnen

Der Widerstand gegen überzogene Managervergütungen erreicht in der laufenden HV-Saison neue Ausmaße – und zwar weltweit. Nachdem Aktionäre gegen das Salär von BP-Chef Bob Dudley stimmten (GermanBoardNews vom 22. April), schrammte nun Anglo-American-Chef Mark Cutifani knapp an einer Niederlage vorbei. Auch in den USA gibt es ungewöhnlich heftige Kritik, etwa gegen die Saläre bei Oracle und Yahoo. Die Investorenberatung Hermes EOS nimmt nun „non-executive Directors“ in die Pflicht: Es sei …

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Aktienrückkäufe: Boni sorgen für fatale Fehlanreize

Die Forderungen nach besseren Vergütungssystemen werden deutlicher. So haben US-Gewerkschaften gemeinsam mit Investoren zahlreiche Aktionärsinitiativen angeschoben, um zu verhindern, dass Aktienrückkäufe über steigende Kurse die Vorstandsboni erhöhen. Sie fürchten zu Recht, dass Manager ihr Einkommen maximieren, statt das Geld zum Wohle des Unternehmens einzusetzen. Auch wenn die Rückkäufe hierzulande moderater ausfallen als in den USA (siehe GermanBoardNews vom 1. April), sollten Aufsichtsräte bei entsprechenden Vorschlägen hellhörig werden – und vor …

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Vergütung: Wachsende Zweifel an individuellen Boni

Eine aktuelle US-Studie nährt die Zweifel an den gängigen Vergütungssystemen für Vorstände. Ein Team von US-Ökonomen hat 700 Unternehmen unter die Lupe genommen und festgestellt, dass Manager ihre Zielvorgaben in den letzten 15 Jahren auffallend häufig punktgenau erreichten – und deshalb den vollen Bonus kassierten. Dazu würden sie immer wieder langfristig schädliche Instrumente einsetzen und etwa Forschungs- oder Marketingausgaben kürzen. Das Studien-Ergebnis bestätigt uns in unserer Skepsis gegenüber individuellen Boni …

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Volkswagen: Der Boni-Streit als Lackmustest

Nächste Woche soll – so der Stand zu Redaktionsschluss – die Entscheidung über die Boni der VW-Vorstände fallen. Das wird auch der Lackmustest dafür, wie der Aufsichtsrat mit Interessenkonflikten umgeht (siehe GermanBoardNews vom 11. März). Denn AR-Chef Hans Dieter Pötsch urteilt selbst über Ansprüche während seiner Amtszeit als Finanzchef. Das Problem: Berichten zufolge hat er beim Wechsel vereinbart, dass er bis 2017 statt einer AR-Vergütung in Raten bis zu 15 …

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HV-Saison: Was Investoren in diesem Jahr bewegt

Nach vereinzelten Aktionärstreffen in den letzten Wochen hat Daimler am Mittwoch die HV-Saison eröffnet. Anlass genug, an die wichtigsten Themen aus Investoren-Sicht zu erinnern, die Fondsmanager Ingo Speich auf dem jüngsten Deutschen Aufsichtsratstag vorgestellt hat. Neben üppigen Vorstandsgehältern werden Investoren demnach vor allem die Besetzung der Gremien prüfen – und dabei nicht nur auf den Frauenanteil und das Alter achten, sondern auch auf die Kompetenz. Wir sind gespannt, welche Aufsichtsräte …

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Warum bei der AR-Professionalisierung ein Rückschritt droht

Der Governance-Experte Christian Strenger hat uns darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung eine kritikwürdige Änderung des Aktiengesetzes plant: Der Finanzexperte im Aufsichtsrat muss laut einem Gesetzentwurf künftig nicht mehr „unabhängig“ sein. Damit dürften Kontrolleure, die Jahresabschlüsse prüfen, enge Verbindungen zum Unternehmen oder zu Großaktionären haben. Das laufe „dem Ziel der Stärkung der Aufsichtsräte und ihrer Prüfungsaufgabe zuwider“, warnt Strenger, der zudem kritisiert, dass statt der „Unabhängigkeit“ lediglich eine „Vertrautheit“ des Gremiums …

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Schalke 04: Ein Maulkorb für Aufsichtsräte?

Clemens Tönnies sorgt mal wieder für Schlagzeilen: Berichten zufolge hat der Schalke-Aufsichtsratschef eine 500.000-Euro-Strafe für Gremienmitglieder gefordert, die Interna ausplaudern. Nun ist es sicher ratsam, wenn sich Aufsichtsräte öffentlich zurückzuhalten. Doch Vorsitzende, die zu solchen Mittel greifen müssen, dokumentieren damit vor allem eines: dass das Gremium falsch besetzt ist. Wer kompetente Aufsichtsräte nominiert, die ihren Beruf ernst nehmen und stets das Wohl des Unternehmen (bzw. des Vereins) im Blick haben, …

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Plaudernde Kontrolleure und überzogene Managergehälter

Überzogene Vorstandsvergütungen bleiben an der Tagesordnung. So zeigen aktuelle Towers-Watson-Zahlen, dass Daimler-Chef Dieter Zetsche mit 9,7 Mio. Euro (+16 Prozent) an die Spitze der Dax-Chefs gerückt ist. Zugleich belegt eine Analyse der Aktionärsberatung ISS: Das beste Instrument, um Managergehälter zu senken, sind unabhängige Aufsichtsräte. Den Zahlen zufolge kassieren CEOs im Schnitt 30 Prozent weniger, wenn der Chairman bzw. AR-Chef von außen kommt; also weder Firmeninsider noch Gründer ist. Dieses deutliche Ergebnis …

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Volkswagen: Interessenkonflikte verhindern Transparenz

VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche hat eine offenere Gesprächskultur im Gremium gefordert. Man dürfe „schwierige Themen nicht einfach tabuisieren“ und müsse „mehr miteinander reden statt übereinander“. Das ist sicher richtig, wird in nächster Zeit aber besonders schwierig. Denn der Aufsichtsrat muss diskutieren und entscheiden, ob er nach „Dieselgate“ Manager in Regress nimmt – womöglich auch den Ex-Finanzvorstand und heutigen AR-Chef Hans-Dieter Pötsch. Wir sind gespannt, wie die handelnden Personen angesichts dieser Interessenlage …

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Mittelstand: Patriarchen bremsen Innovationen

Wir zweifeln nicht, dass der Mittelstand das Rückgrat unserer Wirtschaft bleibt. Doch wir fürchten zunehmend, dass einige hochgelobte Hidden Champions in der disruptiven Ära der Digitalisierung scheitern. Denn viele sind streng hierarchisch organisiert, und Patriarchentum ist „ein Feind der Kreativität“, wie Ex-Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger im aktuellen Manager Magazin zu Recht mahnt. Schon jetzt zeigen Analysen, dass der Mittelstand bei Innovationen zurückfällt. Manche Firma zehrt also von Ideen, die bald veraltet …

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