Warum bei der AR-Professionalisierung ein Rückschritt droht

Der Governance-Experte Christian Strenger hat uns darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung eine kritikwürdige Änderung des Aktiengesetzes plant: Der Finanzexperte im Aufsichtsrat muss laut einem Gesetzentwurf künftig nicht mehr „unabhängig“ sein. Damit dürften Kontrolleure, die Jahresabschlüsse prüfen, enge Verbindungen zum Unternehmen oder zu Großaktionären haben. Das laufe „dem Ziel der Stärkung der Aufsichtsräte und ihrer Prüfungsaufgabe zuwider“, warnt Strenger, der zudem kritisiert, dass statt der „Unabhängigkeit“ lediglich eine „Vertrautheit“ des Gremiums …

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Schalke 04: Ein Maulkorb für Aufsichtsräte?

Clemens Tönnies sorgt mal wieder für Schlagzeilen: Berichten zufolge hat der Schalke-Aufsichtsratschef eine 500.000-Euro-Strafe für Gremienmitglieder gefordert, die Interna ausplaudern. Nun ist es sicher ratsam, wenn sich Aufsichtsräte öffentlich zurückzuhalten. Doch Vorsitzende, die zu solchen Mittel greifen müssen, dokumentieren damit vor allem eines: dass das Gremium falsch besetzt ist. Wer kompetente Aufsichtsräte nominiert, die ihren Beruf ernst nehmen und stets das Wohl des Unternehmen (bzw. des Vereins) im Blick haben, …

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Plaudernde Kontrolleure und überzogene Managergehälter

Überzogene Vorstandsvergütungen bleiben an der Tagesordnung. So zeigen aktuelle Towers-Watson-Zahlen, dass Daimler-Chef Dieter Zetsche mit 9,7 Mio. Euro (+16 Prozent) an die Spitze der Dax-Chefs gerückt ist. Zugleich belegt eine Analyse der Aktionärsberatung ISS: Das beste Instrument, um Managergehälter zu senken, sind unabhängige Aufsichtsräte. Den Zahlen zufolge kassieren CEOs im Schnitt 30 Prozent weniger, wenn der Chairman bzw. AR-Chef von außen kommt; also weder Firmeninsider noch Gründer ist. Dieses deutliche Ergebnis …

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Volkswagen: Interessenkonflikte verhindern Transparenz

VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche hat eine offenere Gesprächskultur im Gremium gefordert. Man dürfe „schwierige Themen nicht einfach tabuisieren“ und müsse „mehr miteinander reden statt übereinander“. Das ist sicher richtig, wird in nächster Zeit aber besonders schwierig. Denn der Aufsichtsrat muss diskutieren und entscheiden, ob er nach „Dieselgate“ Manager in Regress nimmt – womöglich auch den Ex-Finanzvorstand und heutigen AR-Chef Hans-Dieter Pötsch. Wir sind gespannt, wie die handelnden Personen angesichts dieser Interessenlage …

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Mittelstand: Patriarchen bremsen Innovationen

Wir zweifeln nicht, dass der Mittelstand das Rückgrat unserer Wirtschaft bleibt. Doch wir fürchten zunehmend, dass einige hochgelobte Hidden Champions in der disruptiven Ära der Digitalisierung scheitern. Denn viele sind streng hierarchisch organisiert, und Patriarchentum ist „ein Feind der Kreativität“, wie Ex-Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger im aktuellen Manager Magazin zu Recht mahnt. Schon jetzt zeigen Analysen, dass der Mittelstand bei Innovationen zurückfällt. Manche Firma zehrt also von Ideen, die bald veraltet …

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Wenn der CEO seinen Kontrolleur selbst auswählt

Wir haben wiederholt kritisiert, dass einige US-CEOs zugleich als „Chairman“ fungieren und sich damit selbst kontrollieren. Nicht ganz so auffällig, aber ebenfalls bedenklich sind die Entwicklungen beim Schweizer Baukonzern Implenia: CEO Anton Affentranger hat sich seinen künftigen Verwaltungsrat-Präsidenten laut einem Bericht selbst ausgesucht – mit Hans-Ulrich Meister arbeitete er einst bei der UBS zusammen. Es stelle sich die Frage, „wie gut ein Präsident einen CEO, den er gut kenne, kontrollieren …

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Siemens: Erfindergeist ohne Ingenieure?

Das Wirtschaftsmagazin Bilanz hat in der aktuellen Ausgabe den Siemens-Aufsichtsrat kritisiert. Vorsitzender Gerhard Cromme schare „zwei weitere Juristen, drei Kaufleute, einen Verwaltungsfachmann, eine Philologin und eine Philosophin“ um sich. Einziger Ingenieur sei Ex-BMW-Chef Norbert Reithofer. Auch wir meinen: Mehr Technik-Kompetenz würde nicht schaden, während juristischer Sachverstand eher im Übermaß vertreten ist. Falls Herr Cromme nicht wissen sollte, wie er Kandidaten mit dem richtigen Profil findet, empfehlen wir den GermanBoardFinder.

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Evaluierung: Ein Pranger für Aufsichtsräte?

Wenn Aufsichts- oder Verwaltungsräte evaluiert werden, ist das normalerweise vertraulich. Wir sind deshalb erstaunt, dass das Manager Magazin über eine Evaluierung bei der UBS Bescheid weiß und berichtet, Verwaltungsrätin Beatrice Weder di Mauro habe „extrem schwache Noten“ erhalten. Von „Wissens- und Verständnismängeln im Bankgeschäft“ und „zeitraubenden Nachfragen“ durch die Mainzer Ökonomin ist die Rede. Keine Frage: Evaluierungen sind wichtig, und man sollte offen über die Ergebnisse sprechen – aber nicht …

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Bahn: Leicht verdiente Boni, umstrittene Aufsichtsräte

Für die Deutsche Bahn kam es im Januar knüppeldick. Erst listete das – offenbar von Insidern informierte – Manager Magazin genüsslich auf, wie wenig die Vorstände leisten müssen, um den vollen Bonus zu kassieren. Und dann geriet auch der Aufsichtsrat ins Visier: Das Handelsblatt kritisierte häufige Rochaden und die Tatsache, dass mit Kirsten Lühnemann und Brigitte Zypries zwei Politikerinnen ins Gremium eingezogen seien, „die noch nicht viel mit der Bahn …

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Sparkassen: Hohe Pensionen, magere Ausschüttungen

Aufsichts- und Verwaltungsräte üben ihr Mandat allein zum Wohle des Unternehmens aus und sind nicht einzelnen „Stakeholdern“ verpflichtet. So steht es in den VARD-Berufsgrundsätzen. Deshalb kann es durchaus angebracht sein, wenn Kontrolleure – wie aktuell in Düsseldorf – mehrheitlich Ausschüttungen an die Träger-Kommune ablehnen. Allerdings stimmt uns nachdenklich, dass nur wenige Institute überhaupt ausschütten (in Bayern laut WirtschaftsWoche nur fünf von 71), während sich viele Sparkassen-Chefs hohe Gehälter und Pensionen …

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Diversity: Mehr Frust statt mehr Frauen?

Unternehmen, die Frauen fördern, erzielen oft kaum positive Effekte. Diesen Rückschluss legt eine Studie von US-Forschern nahe, die 700 Diversity-Programme untersucht haben: Während der Anteil von Frauen in den Führungsgremien in überschaubarem Maße stieg, wuchs die Unzufriedenheit unter Männern vielfach deutlich – und zwar unabhängig von der persönlichen Einstellung zu „Diversity“. Die Forscher raten deshalb, die Programme besser zu erklären. Wir möchten ergänzen: „… und es nicht mit der Brechstange …

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Innovation: Fällt der deutsche Mittelstand zurück?

Wir haben es wiederholt thematisiert: Angesichts der Digitalisierung ist eine innovationsorientierte Führungskultur gefragt. Und während Konzerne wie Siemens umsteuern (GermanBoardNews vom 20. November), tun sich viele Mittelständler noch schwer – so zumindest unser Eindruck. Zudem beunruhigt uns ein FAZ-Bericht, demzufolge kleine Unternehmen immer seltener in Innovationen investieren. Sind das erste Anzeichen, dass der vielgelobte Mittelstand im Zeitalter der Digitalisierung zurückfällt? Diese Schlussfolgerung wäre sicher voreilig (und zu pauschal). Aber Anlass …

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