Quartalsberichte

Börse & Quartalsberichte: Oliver Bäte auf Wiedekings Spuren

Wir könnten viel Kritisches über Wendelin Wiedeking schreiben, aber in einer Sache lag er goldrichtig: Der langjährige Porsche-Chef hat sich beharrlich dagegen gewehrt, dass Unternehmen an der Börse Quartalsberichte veröffentlichen müssen. „In die kurzatmige Betrachtung, die sich an Quartalszielen orientiert, wollen wir erst gar nicht hineinkommen“, sagte Wiedeking einst dem Spiegel. Fast 20 Jahre später wandelt Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte auf Wiedekings Spuren, wenn auch konzilianter in Duktus und Auftreten: Wir …

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Stefan Oschmann

Stefan Oschmann: Familienunternehmer-Geist im Großkonzern

Der traditionsreiche Darmstädter Pharma-Konzern Merck hat eine ganz besondere Struktur: Die „Mitglieder der Geschäftsleitung“ um CEO Stefan Oschmann sind zugleich persönlich haftende Gesellschafter. Im Ernstfall „ist als Erstes mein privates Geld weg“, sagte Oschmann jüngst in einem Interview. „Ich hafte voll.“ Und auch darüber hinaus sind die Top-Manager der Merck KGaA echten Unternehmern nahezu gleichgestellt – vor allem bei der langfristig orientierten Vergütung: In Darmstadt sitzen keine boni-fixierten Angestellten am …

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Herbert Diess

VW-Chef Herbert Diess: Kulturwandel durch neue Boni?

Das Problem bei vielen Vergütungssystemen ist, dass Manager zwar große Chancen auf üppige Boni haben, aber kaum Risiken tragen. Unternehmerisches Denken wird auf diese Weise nicht gefördert – im Gegenteil: Die Systematik schafft Anreize, Umsätze und/oder Gewinne kurzfristig in die Höhe zu treiben, was häufig zulasten langfristiger Entwicklungschancen geht (Stichwort Reputation). Deshalb ist es aus unserer Sicht eine folgerichtige Reaktion auf den Diesel-Skandal, dass der VW-Vorstand um Herbert Diess (der …

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Börse

Appell an Weimer & Jetter: Macht die Börse zu einem besseren Ort

Ulrich Seibert vom Bundesjustizministerium hat auf dem Deutschen Aufsichtsratstag (DART) im November auf den Delisting-Trend hingewiesen: Immer mehr Unternehmen verabschieden sich von der Börse. Und das liegt nicht nur daran, dass Private-Equity-Investoren in Geld schwimmen und Firmen aufkaufen. Eine weitere wesentliche Ursache ist der Druck ungeduldiger Investoren, der aus unserer Sicht brandgefährlich ist: Immer wieder müssen börsennotierte Unternehmen Zukunftsinvestitionen zugunsten von Ausschüttungen oder Aktienrückkäufen zurückstellen. Die entscheidende Frage lautet deshalb: …

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Public Governance

Henriette Reker: Kölscher Kodex gegen kölschen Klüngel?

Ob Sie es befürworten oder nicht: Wir erleben eine Renaissance der Industriepolitik. Politiker aller Couleur setzen – gerade mit Blick auf den Klimaschutz – wachsende Hoffnungen in öffentliche Unternehmen: Die Bahn soll eine echte Alternative zum Inlandsflug werden. Kommunale Verkehrsbetriebe sollen innovative Mobilitätsplattformen entwickeln. Stadtwerke sollen grünen Strom produzieren und Ladestationen für Elektroautos bauen. Wir fürchten jedoch: Solange in den Aufsichtsräten staatlicher Unternehmen Politiker und Funktionäre dominieren, sind herbe Enttäuschungen …

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Haniel

Franz M. Haniel: Wie viele Neue verträgt ein Aufsichtsrat?

Regelmäßige Leser der GermanBoardNews kennen unsere Vorliebe für Fußball-Analogien. Hier kommt die nächste: Wenn ein Club in der Sommerpause zahlreiche neue Spieler verpflichtet hat, verläuft der Saisonstart oft holprig – es dauert eben, bis sich ein Team eingespielt hat. Ähnliches gilt für Gremien wie den Aufsichtsrat: Auch hier dauert es häufig Monate, Neuzugänge zu integrieren. Verfechter der reinen Corporate-Governance-Lehre warnen deshalb davor, zu viele Mitglieder gleichzeitig auszutauschen. Uns dünkt jedoch: …

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Ulrich Lehner

DART I: Ulrich Lehner und der Stakeholder Value

Ist der Fokus auf sämtliche „Stakeholder“ vom Kunden bis zum Aktionär ein neuer Trend? Telekom-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hat dazu letzte Woche auf dem 15. Deutschen Aufsichtsratstag (#DART15) im Düsseldorfer Industrie-Club angemerkt: Für ihn sei Rendite immer das gewesen, was übrig bleibt, wenn alle anderen Gruppen bedient wurden. Das klingt selbstverständlich, ist aber in Wahrheit Ausdruck einer Corporate-Governance-Philosophie, die unter Druck geraten ist. Die Aussage lässt sich deshalb als Seitenhieb auf …

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Armin Laschet

Armin Laschet vs. Stephan Weil: Welcher Landesvater kann Corporate Governance?

Stephan Weil kämpft unverdrossen für die Automobilbranche. Wer sage, dass es in zehn Jahren keine Verbrennungsmotoren mehr geben dürfe, fahre „sehenden Auges die wichtigste Industrie dieses Landes vor die Wand“, sagte der SPD-Politiker letzte Woche. Das Problem: Als Zuhörer fragt man sich, wer da spricht – der niedersächsische Ministerpräsident, der dem Wohl aller Bürger verpflichtet ist? Oder der VW-Aufsichtsrat, der dem Wohl des Unternehmens verpflichtet ist? Weils Einsatz für die …

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Robert Bosch

Mittelstand: Auf den Spuren von Robert Bosch

Wir mussten in der vergangenen Woche aus traurigem Anlass erneut darauf hinweisen: Die Krupp-Stiftung leidet an schweren Konstruktionsfehlern – und mit ihr das Unternehmen. Das Gegenbeispiel ist die Robert Bosch GmbH, die dank intelligenter Governance-Strukturen die Vorteile eines Stiftungsunternehmens ausspielen kann und seit Generationen reüssiert. Wir sind überzeugt: Mehr Bosch täte dem Wirtschaftsstandort Deutschland gut, zumal bei der digitalen Transformation langer Atem gefragt ist. Anteilseigner, die ständig auf üppige Renditen …

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Cewe

Cewe-Aufsichtsratschef Korte: Wenn Arbeit & Kapital fusionieren

Gut fürs Geschäft, gut für die Gesellschaft: Mitarbeiterbeteiligungen fördern unternehmerisches Denken genauso wie eine gleichmäßigere Vermögensverteilung. Das scheint uns derzeit besonders wichtig, weil Digitalisierungsdividenden den Faktor Kapital stärken und die Ungleichheit verstärken. Diese Entwicklung ist Wasser auf die Mühlen von Populisten; es drohen Umverteilungsexzesse, die die unternehmerische Freiheit einschränken. Doch leider bietet bisher nur ein Drittel der börsennotierten Unternehmen Belegschaftsaktien, und vielfach machen weniger als die Hälfte der Angestellten mit. …

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Herbert Hainer

Herbert Hainer: Ein Governance-Reformer für den FC Bayern?

Der FC Bayern München in den „Tops“ der GermanBoardNews? Da werden sich einige verwundert die Augen reiben, nachdem wir den Club oft kritisiert haben. Wegen Uli Hoeneß, der nach seiner Haftstrafe an die Aufsichtsratsspitze zurückkehrte. Wegen des „Alphatier-Aufsichtsrats“. Wegen der Amtszeit von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Doch jetzt werden die Karten neu gemischt: Seit letzter Woche ist klar, dass Ex-Adidas-Chef Herbert Hainer Hoeneß als Aufsichtsratsvorsitzenden ablöst – und Oliver Kahn neuer …

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Marion Helmes

Marion Helmes & Martina Merz: Nur „Nein“ sagen müssen sie noch lernen 

Neben üblichen Verdächtigen wie Ann-Kristin Achleitner stoßen weitere Frauen in die Riege der mächtigsten Aufsichtsräte vor: ThyssenKrupp-Aufsichtsratsvorsitzende Martina Merz, ProSiebenSat1-Kontrolleurin Marion Helmes und die frühere BASF-Managerin Margret Suckale habe es in einem aktuellen Ranking unter die Top 25 geschafft. Das ist erfreulich, vor allem weil der Aufstieg zeigt: Frauen besetzen immer öfter zentrale Positionen innerhalb der Gremien. Die Frauenquote führt damit nicht zu statistischer Schönfärberei, sondern zu einer echten Machtverschiebung. …

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