HV-Saison: Wie Aktionäre den Wandel vorantreiben

Der Höhepunkt der diesjährigen HV-Saison ist überschritten, und schon jetzt ist klar: Noch nie war der Einfluss der Investoren so groß – und so positiv. Nachdem lange Zeit bereits Zustimmungsquoten unterhalb von 90 Prozent als kritisches Votum galten, sorgen sie immer öfter für Abstimmungsniederlagen, wie jüngst die HV der Deutschen Bank zeigte. Und schon die Angst davor sorgt vielerorts für ein überfälliges Umdenken (wie aktuell beim Stada-Aufsichtsrat). Wie Investoren diese …

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Team-Building: Vom Wert der Selbsterkenntnis

Wir haben in den letzten Wochen interessante Porträts über Aufsichtsratschefs gelesen, etwa im Manager Magazin über Werner Brandtoder in der ZEIT über Paul Achleitner. Eines zeigen die Texte ganz deutlich: Ein unverstellter Blick von außen auf Stärken und Schwächen kann hilfreich sein und sogar wichtige Informationen für die AR-Arbeit liefern – etwa wenn es darum geht, Kandidaten zu nominieren, die die eigenen Defizite ausgleichen und auf diese Weise das Team …

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Pharmakonzern Stada: Frischer Wind im Aufsichtsrat

Die Attacke des Investors Active Ownership, der fünf Kandidaten für den Stada-Aufsichtsrat vorgeschlagen hat (GermanBoardNews vom 13. Mai), zeigt Wirkung: Das Unternehmen hat seine HV auf den 26. August verschoben und will bis dahin auf Basis eines „klar definierten Anforderungsprofils“ neue Kandidaten nominieren. Wichtig seien „Sachkenntnis im Generika- und Markenproduktbereich, Expertise in Finanz-, Rechnungslegungs- und Rechtsfragen sowie persönliche Unabhängigkeit“; zudem will sich Stada am Governance-Kodex orientieren. Das klingt vielversprechend. Wir …

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Leadership 2020: Wie die Mitarbeiter Daimler neu erfinden

Daimler hat einen wichtigen Schritt zu einer neuen Führungskultur gemacht. Mehr als 100 Mitarbeiter aus aller Welt, die in acht Gruppen unterschiedliche Modelle entwickelt haben, sind in dieser Woche zusammengekommen, um ihre jeweiligen Vorschläge zu präsentieren – und daraus ein oder zwei „Leadership-2020-Konzepte“ zu destillieren, die dann dem Vorstand präsentiert werden. Der weiß noch nicht, was auf ihn zukommt. „Es gibt keine Vorgaben“, sagt Konzernchef Dieter Zetsche. Man erfahre erst …

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Deutsche Bank: Ein Lob für den Aufsichtsrat

Wir wollen heute eine Lanze für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank brechen. Denn eines kann man den Damen und Herren sicher nicht vorwerfen: Untätigkeit. 2015 hat das Gremium zehnmal getagt, hinzu kamen 63 (!) Ausschuss-Sitzungen. Bei einer solchen Belastung steigt natürlich das Konfliktrisiko; insofern gelten für den jüngsten Streit ein Stück weit mildernde Umstände. Trotzdem sollten Gremien derartige Auseinandersetzungen nicht über die Medien austragen, sondern professionelle Mechanismen zur Konfliktlösung installieren. …

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Digitalisierung: Wie sich Mittelständler neu erfinden

Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass viele Mittelständler vor großen Herausforderungen stehen. Denn hierarchische Strukturen und die Dominanz von Patriarchen sind keine optimalen Voraussetzungen, um in disruptiven Zeiten neue Ideen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Doch zuletzt mehrten sich die positiven Signale. So zeigte jüngst ein WirtschaftsWoche-Beitrag über die „Future Champions“, dass immer mehr Mittelständler einen Kulturwandel einläuten. Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek bestätigt dies: Der Mittelstand sei dabei, „gewachsene Hierarchien und starre …

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ADAC: Eine Blaupause für Vereine und Verbände

Es ist vollbracht: Der ADAC hat eine neue Struktur beschlossen. Die unternehmerischen Aktivitäten (vor allem Versicherungen und Reisen) werden in eine „SE“ ausgelagert, die dem Verein mit seinen mehr als 19,2 Mio. Mitgliedern sowie einer Stiftung gehört. Auf der operativen Ebene gibt es keine personellen Verflechtungen; im sechsköpfigen Aufsichtsrat sitzen zwei Vertreter des Clubs, einer der Stiftung (die die Luftrettung übernimmt) und drei Arbeitnehmer. Die Struktur scheint geeignet, den ADAC …

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Mitarbeiter wollen einen Coach und keinen Kommandeur

Führungskräfte, die sich für unfehlbar halten und einsame Entscheidungen fällen, haben ausgedient. In einer zunehmend komplexen und schnelllebigen Wirtschaft sind Talent-Manager gefragt, die gute Teams bilden, coachen und inspirieren. Eine Studie unterstreicht nun, wie wichtig dies für Motivation und Identifikation ist: Rund die Hälfte der Mitarbeiter bescheinigen „coachenden“ Führungskräften fachliche und charakterliche Eignung, während die Quote insgesamt nur bei rund einem Drittel liegt. Und immerhin: Fast ein Viertel der Befragten …

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Leadership: Volkswagen sucht neue Vorbilder

Aus dem Hause Volkswagen gibt es nach dem faulen Boni-Kompromiss ausnahmsweise Positives zu berichten. Wie Betriebsratschef Bernd Osterloh in einem Interview berichtete, darf die Belegschaft derzeit vorbildliche Mitarbeiter nominieren, darunter „Querdenker”. Solche Persönlichkeiten brauche man aktuell „mehr denn je“. Das zeigt uns: Der neue Vorstand betreibt beim Kulturwandel mehr als reine Symbolpolitik, die mancher vermutete, als bekannt wurde, dass das Vorrecht der Top-Manager beim Aufzugfahren abgeschafft wird. Es wird sich …

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One-Tier: Was sich Angelsachsen bei uns abschauen

Na also: Nur noch sieben Prozent der frisch angeheuerten CEOs erhalten in Personalunion den Posten als „Chairman“, wie eine globale Studie zeigt. Im Jahr 2002 lag die Quote noch bei satten 48 Prozent. Wir haben die Doppelrollen mehrfach kritisiert (siehe beispielsweise GermanBoardNews vom 26. Februar) und freuen uns deshalb, dass angelsächsische Unternehmen offenbar vom deutschen Two-Tier-System lernen – und immer mehr Wert auf eine strikte Trennung zwischen operativem Geschäft und …

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Strategie: Schrumpfkuren statt Größenwahn

Mancher Mega-Deal der Vergangenheit hat sich als Desaster entpuppt, man denke nur an die “Hochzeit im Himmel” zwischen Daimler und Chrysler. Wir begrüßen deshalb, dass immer mehr Manager den Mut zum Schrumpfen haben: Thyssen-Krupp will den Großteil des Stahlgeschäfts verkaufen, die Metro spaltet die Unterhaltungselektronik ab und Eon teilt sich auf. In sämtlichen Fällen ist das eine nachvollziehbare – und vermutlich richtige – Antwort auf neue Herausforderungen. Machtbewusste Chefs à …

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Gremien: Wenn Aufsichtsräte rechtzeitig Abschied nehmen

Immer wieder wird kritisiert, dass Aufsichtsräte an ihren Posten kleben. In vielen Fällen zu Recht: Wenn die operativen Erfahrungen zu weit zurückliegen, geht das irgendwann zulasten effektiver Kontrolle. Zudem kann eine allzu lange Gremienzugehörigkeit die Neutralität beeinträchtigen. Viele Aufsichtsräte ziehen daraus jedoch die richtigen Konsequenzen, wie aktuelle Personalien zeigen (siehe auch „Aus den Gremien“). So scheidet der 73-jährige Wolfgang Berndt nach 14 Jahren aus dem Aufsichtsrat der GfK SE aus, …

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