Mitarbeiter wollen einen Coach und keinen Kommandeur

Führungskräfte, die sich für unfehlbar halten und einsame Entscheidungen fällen, haben ausgedient. In einer zunehmend komplexen und schnelllebigen Wirtschaft sind Talent-Manager gefragt, die gute Teams bilden, coachen und inspirieren. Eine Studie unterstreicht nun, wie wichtig dies für Motivation und Identifikation ist: Rund die Hälfte der Mitarbeiter bescheinigen „coachenden“ Führungskräften fachliche und charakterliche Eignung, während die Quote insgesamt nur bei rund einem Drittel liegt. Und immerhin: Fast ein Viertel der Befragten …

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Leadership: Volkswagen sucht neue Vorbilder

Aus dem Hause Volkswagen gibt es nach dem faulen Boni-Kompromiss ausnahmsweise Positives zu berichten. Wie Betriebsratschef Bernd Osterloh in einem Interview berichtete, darf die Belegschaft derzeit vorbildliche Mitarbeiter nominieren, darunter „Querdenker”. Solche Persönlichkeiten brauche man aktuell „mehr denn je“. Das zeigt uns: Der neue Vorstand betreibt beim Kulturwandel mehr als reine Symbolpolitik, die mancher vermutete, als bekannt wurde, dass das Vorrecht der Top-Manager beim Aufzugfahren abgeschafft wird. Es wird sich …

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One-Tier: Was sich Angelsachsen bei uns abschauen

Na also: Nur noch sieben Prozent der frisch angeheuerten CEOs erhalten in Personalunion den Posten als „Chairman“, wie eine globale Studie zeigt. Im Jahr 2002 lag die Quote noch bei satten 48 Prozent. Wir haben die Doppelrollen mehrfach kritisiert (siehe beispielsweise GermanBoardNews vom 26. Februar) und freuen uns deshalb, dass angelsächsische Unternehmen offenbar vom deutschen Two-Tier-System lernen – und immer mehr Wert auf eine strikte Trennung zwischen operativem Geschäft und …

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Strategie: Schrumpfkuren statt Größenwahn

Mancher Mega-Deal der Vergangenheit hat sich als Desaster entpuppt, man denke nur an die “Hochzeit im Himmel” zwischen Daimler und Chrysler. Wir begrüßen deshalb, dass immer mehr Manager den Mut zum Schrumpfen haben: Thyssen-Krupp will den Großteil des Stahlgeschäfts verkaufen, die Metro spaltet die Unterhaltungselektronik ab und Eon teilt sich auf. In sämtlichen Fällen ist das eine nachvollziehbare – und vermutlich richtige – Antwort auf neue Herausforderungen. Machtbewusste Chefs à …

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Gremien: Wenn Aufsichtsräte rechtzeitig Abschied nehmen

Immer wieder wird kritisiert, dass Aufsichtsräte an ihren Posten kleben. In vielen Fällen zu Recht: Wenn die operativen Erfahrungen zu weit zurückliegen, geht das irgendwann zulasten effektiver Kontrolle. Zudem kann eine allzu lange Gremienzugehörigkeit die Neutralität beeinträchtigen. Viele Aufsichtsräte ziehen daraus jedoch die richtigen Konsequenzen, wie aktuelle Personalien zeigen (siehe auch „Aus den Gremien“). So scheidet der 73-jährige Wolfgang Berndt nach 14 Jahren aus dem Aufsichtsrat der GfK SE aus, …

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Dividenden: Welche Unternehmen Gewinne fair verteilen

In dieser HV-Saison erwartet die Aktionäre ein neuer Dividendenrekord: Rund 30 Milliarden Euro schütten allein die Dax-30-Konzerne aus. Wie eine Analyse des „Handelsblatt“ zeigt, lassen einige Unternehmen zugleich die Belegschaft stärker am Erfolg teilhaben. So steigen die Mitarbeiterprämien bei Bayer um 21,5 Prozent – und damit deutlicher als die Dividenden (11 Prozent). Ähnlich sieht es bei Continental aus (20 Prozent vs. 15 Prozent). Das scheint uns ein Zeichen zu sein, …

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Leadership: Warum empathische Chefs besser sind

Um es gleich zu sagen: Auch in Zukunft müssen Vorstände zu harten Entscheidungen fähig sein. Trotzdem wird Empathie angesichts der Digitalisierung immer wichtiger. Wer sich in Mitarbeiter hineinversetzen kann, versteht besser, was sie brauchen, um gute Ergebnisse zu liefern und vor allem neue Ideen zu entwickeln. Inzwischen zeigen Studien, dass emphatische Chefs deutlich bessere Ergebnisse erzielen als „selbstbezogene“. Kritikern, die einen verbreiteten Empathie-Mangel in den Vorstandsetagen beklagen, können wir aber …

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Rotation: Fliegende Wechsel statt heftige Umbrüche

Sie kennen es womöglich: Wenn mehrere Aufsichtsräte gleichzeitig aufhören, dauert es oft ein paar Monate, bis die Nachfolger eingearbeitet sind und das Gremium wieder normal arbeitet. Um solche Umbrüche zu verhindern, führt der Luftfahrtkonzern Airbus das Rotationsprinzip ein: Künftig werden jedes Jahr drei der zwölf Verwaltungsräte neu gewählt oder ersetzt, und Amtszeiten dauern maximal drei Jahre. Die gestaffelten Laufzeiten sollen somit nicht nur für Kontinuität sorgen, sondern auch für frischen …

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Overboarding: Die Tugend der Selbstbeschränkung

Klare Ansage von Microsofts Deutschland-Chefin Sabine Bendiek, der angesichts der Frauenquote aktuell „sehr viele“ Aufsichtsratsposten angeboten werden: Ihr Mandat beim Onlineportal XING sei genug, sagte sie im Interview mit dem Handelsblatt. „Mehr geht von der Zeit her einfach nicht.“ Sonst könne sie weder ihrem Job noch den kontrollierten Unternehmen gerecht werden. Wir wünschen uns mehr Aufsichtsräte, die ihren Beruf so ernst nehmen wie die 49-Jährige – und auch mal „Nein“ …

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Von maßvollen Aufsichtsräten und agilen Autobauern

 Angesichts des Trends zum vernetzten Auto steht die Branche vor erheblichen Umbrüchen. Immerhin haben die Verantwortlichen erkannt, dass es nicht reicht, neue Sensoren einzubauen – es gilt, auf breiter Front agiler und innovativer zu werden. „Wir sind heute zu langsam, zu traditionell“, sagt Audi-Chef Rupert Stadler; und Daimler-Chef Dieter Zetsche fordert: „Wir müssen schneller werden und vielleicht nicht immer von Anfang an alles perfekt machen.“ Beide belassen es nicht bei …

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Cybersecurity: Wie Aufsichtsräte spielend besser werden

Klar: In der perfekten Welt haben Gremien für jeden relevanten Bereich einen kompetenten Experten, der die übrigen Mitglieder an seinem Wissen teilhaben lässt. Doch gerade bei neuen und komplexen Themen geht es meist nicht ohne externes Know-How. Und das muss nicht mit einer der üblichen Präsentationen einhergehen, wie das „Game of Threats“ zeigt: Board-Mitglieder fungieren hier als Angreifer und Verteidiger und sollen spielend ein tieferes Verständnis für das Thema Cybersecurity …

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FIFA-Reform: So weit, so gut, Herr Infantino

Vor einer Woche hat der FIFA-Kongress das Reformpaket verabschiedet. Damit fungiert künftig ein „Council“ als Aufsichtsrat, dessen 36 Mitglieder einen Eignungscheck bestehen und nach zwölf Jahren ausscheiden müssen. Für das Operative ist der Generalsekretär als eine Art CEO verantwortlich. Eine sinnvolle Struktur, meinen wir. Allerdings argwöhnen Kritiker, dass sich in der Praxis nicht viel ändert. So geriere sich Neu-Präsident Gianni Infantino bereits als neuer Alleinherrscher. Warten wir’s ab – der …

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