Plaudernde Kontrolleure und überzogene Managergehälter

Überzogene Vorstandsvergütungen bleiben an der Tagesordnung. So zeigen aktuelle Towers-Watson-Zahlen, dass Daimler-Chef Dieter Zetsche mit 9,7 Mio. Euro (+16 Prozent) an die Spitze der Dax-Chefs gerückt ist. Zugleich belegt eine Analyse der Aktionärsberatung ISS: Das beste Instrument, um Managergehälter zu senken, sind unabhängige Aufsichtsräte. Den Zahlen zufolge kassieren CEOs im Schnitt 30 Prozent weniger, wenn der Chairman bzw. AR-Chef von außen kommt; also weder Firmeninsider noch Gründer ist. Dieses deutliche Ergebnis …

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Von maßvollen Aufsichtsräten und agilen Autobauern

 Angesichts des Trends zum vernetzten Auto steht die Branche vor erheblichen Umbrüchen. Immerhin haben die Verantwortlichen erkannt, dass es nicht reicht, neue Sensoren einzubauen – es gilt, auf breiter Front agiler und innovativer zu werden. „Wir sind heute zu langsam, zu traditionell“, sagt Audi-Chef Rupert Stadler; und Daimler-Chef Dieter Zetsche fordert: „Wir müssen schneller werden und vielleicht nicht immer von Anfang an alles perfekt machen.“ Beide belassen es nicht bei …

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Volkswagen: Interessenkonflikte verhindern Transparenz

VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche hat eine offenere Gesprächskultur im Gremium gefordert. Man dürfe „schwierige Themen nicht einfach tabuisieren“ und müsse „mehr miteinander reden statt übereinander“. Das ist sicher richtig, wird in nächster Zeit aber besonders schwierig. Denn der Aufsichtsrat muss diskutieren und entscheiden, ob er nach „Dieselgate“ Manager in Regress nimmt – womöglich auch den Ex-Finanzvorstand und heutigen AR-Chef Hans-Dieter Pötsch. Wir sind gespannt, wie die handelnden Personen angesichts dieser Interessenlage …

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Cybersecurity: Wie Aufsichtsräte spielend besser werden

Klar: In der perfekten Welt haben Gremien für jeden relevanten Bereich einen kompetenten Experten, der die übrigen Mitglieder an seinem Wissen teilhaben lässt. Doch gerade bei neuen und komplexen Themen geht es meist nicht ohne externes Know-How. Und das muss nicht mit einer der üblichen Präsentationen einhergehen, wie das „Game of Threats“ zeigt: Board-Mitglieder fungieren hier als Angreifer und Verteidiger und sollen spielend ein tieferes Verständnis für das Thema Cybersecurity …

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FIFA-Reform: So weit, so gut, Herr Infantino

Vor einer Woche hat der FIFA-Kongress das Reformpaket verabschiedet. Damit fungiert künftig ein „Council“ als Aufsichtsrat, dessen 36 Mitglieder einen Eignungscheck bestehen und nach zwölf Jahren ausscheiden müssen. Für das Operative ist der Generalsekretär als eine Art CEO verantwortlich. Eine sinnvolle Struktur, meinen wir. Allerdings argwöhnen Kritiker, dass sich in der Praxis nicht viel ändert. So geriere sich Neu-Präsident Gianni Infantino bereits als neuer Alleinherrscher. Warten wir’s ab – der …

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Mittelstand: Patriarchen bremsen Innovationen

Wir zweifeln nicht, dass der Mittelstand das Rückgrat unserer Wirtschaft bleibt. Doch wir fürchten zunehmend, dass einige hochgelobte Hidden Champions in der disruptiven Ära der Digitalisierung scheitern. Denn viele sind streng hierarchisch organisiert, und Patriarchentum ist „ein Feind der Kreativität“, wie Ex-Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger im aktuellen Manager Magazin zu Recht mahnt. Schon jetzt zeigen Analysen, dass der Mittelstand bei Innovationen zurückfällt. Manche Firma zehrt also von Ideen, die bald veraltet …

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Wenn der CEO seinen Kontrolleur selbst auswählt

Wir haben wiederholt kritisiert, dass einige US-CEOs zugleich als „Chairman“ fungieren und sich damit selbst kontrollieren. Nicht ganz so auffällig, aber ebenfalls bedenklich sind die Entwicklungen beim Schweizer Baukonzern Implenia: CEO Anton Affentranger hat sich seinen künftigen Verwaltungsrat-Präsidenten laut einem Bericht selbst ausgesucht – mit Hans-Ulrich Meister arbeitete er einst bei der UBS zusammen. Es stelle sich die Frage, „wie gut ein Präsident einen CEO, den er gut kenne, kontrollieren …

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Unabhängigkeit: Respekt, Franz Markus Haniel!

Das erleben wir nicht alle Tage. Ein Aufsichtsratschef räumt freiwillig seinen Posten und gibt indirekt zu, dass ein unabhängiger Kandidat besser geeignet ist. Genau das hat Franz Markus Haniel, dessen Familie mehr als 30 Prozent der Metro-Aktien hält, gemacht: Mit seinem Rückzug wolle er den Weg frei machen für einen „unabhängigen, externen“ Chefaufseher (siehe unten „Aus den Gremien“). Womöglich hat Haniel die VARD-Berufsgrundsätze gelesen, denen zufolge Aufsichtsräte „ausschließlich“ dem Wohl …

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Siemens: Erfindergeist ohne Ingenieure?

Das Wirtschaftsmagazin Bilanz hat in der aktuellen Ausgabe den Siemens-Aufsichtsrat kritisiert. Vorsitzender Gerhard Cromme schare „zwei weitere Juristen, drei Kaufleute, einen Verwaltungsfachmann, eine Philologin und eine Philosophin“ um sich. Einziger Ingenieur sei Ex-BMW-Chef Norbert Reithofer. Auch wir meinen: Mehr Technik-Kompetenz würde nicht schaden, während juristischer Sachverstand eher im Übermaß vertreten ist. Falls Herr Cromme nicht wissen sollte, wie er Kandidaten mit dem richtigen Profil findet, empfehlen wir den GermanBoardFinder.

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Gesellschaftliche Verantwortung: Konzerne und Flüchtlinge

Für uns gehören gute Unternehmensführung und gesellschaftliches Engagement eng zusammen. Deshalb begrüßen wir es, dass immer mehr Unternehmen die Integration von Flüchtlingen fördern: Fast 40 Konzerne von adidas bis Voith haben sich der Initiative „Wir zusammen“ angeschlossen, die United-Internet-Gründer Ralph Dommermuth ins Leben gerufen hat. Und unabhängig davon, wo man in der Flüchtlingsfrage politisch steht: Engagement für diejenigen, die hier sind, ist allemal besser, als ausschließlich Kritik zu üben – …

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Evaluierung: Ein Pranger für Aufsichtsräte?

Wenn Aufsichts- oder Verwaltungsräte evaluiert werden, ist das normalerweise vertraulich. Wir sind deshalb erstaunt, dass das Manager Magazin über eine Evaluierung bei der UBS Bescheid weiß und berichtet, Verwaltungsrätin Beatrice Weder di Mauro habe „extrem schwache Noten“ erhalten. Von „Wissens- und Verständnismängeln im Bankgeschäft“ und „zeitraubenden Nachfragen“ durch die Mainzer Ökonomin ist die Rede. Keine Frage: Evaluierungen sind wichtig, und man sollte offen über die Ergebnisse sprechen – aber nicht …

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Overboarding: Weniger Mandate, höheres Arbeitspensum

Aktuelle Analysen zeigen: Aufsichtsräte und Board-Mitglieder nehmen sich mehr Zeit für ihre Jobs. Laut McKinsey Global Survey sind es 33 Tage pro Jahr und Mandat (2013: 28 Tage). Zudem sitzen nur noch fünf Prozent in mehr als vier Gremien, wie eine US-Studie zeigt (2005: 27 Prozent). Und das „Overboarding“ dürfte weiter zurückgehen, denn der Druck der Investoren wächst – auch in Deutschland: Im Januar wurde Siemens-Aufsichtsrätin Nicola Leibinger-Kammüller kritisiert, weil …

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