Corporate Governance aktuell – Ist der Kodex tatsächlich ein Instrument der Selbstregulierung?

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Corporate Governance (ZCG) analysiert Professor Stefan Behringer von der Nordakademie, was die Begriffe Code und Kodex bedeuten und welche Erwartungen die Adressaten damit verbinden. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass 90 Prozent aller H-DAX-Unternehmen (also immerhin 110) einen Unternehmenskodex haben.

Behringer illustriert eindrucksvoll, dass ein Kodex eine Summe von Regeln ist, die sich ein Unternehmen selbst gibt und an denen es sich von Mitarbeitern und externen Stakeholdern messen lassen will. Es geht also um die Selbstverpflichtung einer Organisation.

Ganz anders als beim Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK): Hier findet keine Selbst-, sondern eine „Fremdverpflichtung“ statt. Ein kleiner Kreis vermeintlicher Gralshüter, die sich selbst vorschlagen und vom Bundesjustizministerium sowie vom Bundeskanzleramt (!) ernannt werden, legt den Unternehmen unter dem Deckmantel der Selbstregulierung das Zaumzeug an.

Der Begriff Kodex ist damit falsch. Man könnte auch sagen: eine Mogelpackung. Wir brauchen deshalb – unter anderem – eine Kodex-Kommission, die tatsächlich die Wirtschaft repräsentiert.

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Editorial von Peter H. Dehnen -> Zur Person.