Corporate Governance aktuell – Mein offener Brief an Katharina Barley

Katharina Barley

Ich hatte es in der vergangenen Woche bereits thematisiert: Aus meiner Sicht ist der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) keineswegs eine „Selbstverpflichtung“, wie es der Begriff „Kodex“ suggeriert. Vielmehr liegt eine Fremdverpflichtung vor, weil ein kleiner Kreis von Kommissionsmitgliedern starre Vorgaben für Unternehmen entwickelt.

Bundesjustizministerin Katharina Barley (SPD) bezeichnet das Regelwerk dennoch weiterhin als „ein Kernstück der Selbstregulierung der deutschen Wirtschaft“. Ich habe sie deshalb in einem offenen Brief darauf hingewiesen, dass angesichts des aktuellen Zuschnitts der Regierungskommission DCGK von einer solchen Selbstregulierung keine Rede mehr sein kann.

Außerdem habe ich Frau Barley aufgefordert, ihre verbleibende Amtszeit zu nutzen, um einen Dialogprozess für eine grundlegende Corporate-Governance-Reform einzuleiten.

Meines Erachtens müssen wir insbesondere darüber diskutieren, wie eine Kodex-Kommission aussehen müsste, die tatsächlich die Wirtschaft repräsentiert – und deshalb besser weiß, was Unternehmen brauchen, statt sich einseitig an den Interessen der Investoren zu orientieren. In diesem Zusammenhang habe ich auch den Vorsitzenden der Regierungskommission, Professor Rolf Nonnenmacher, zu einer kritischen Selbstreflexion aufgefordert und einen Dialog angeboten.

Ich bin gespannt auf die Rückmeldungen und halte Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.

Editorial von Peter H. Dehnen -> Zur Person.