Warum wir eine tiefgreifende Corporate-Governance-Reform brauchen – und die Regierungskommission neu denken sollten

Die meisten von Ihnen werden Goethes Zauberlehrling kennen, der die Zaubersprüche seines Meisters ausprobiert – seiner Macht dann aber nicht gewachsen ist.

So ähnlich ist es bei der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, die ihren Einfluss immer weiter ausgebaut hat und spätestens mit dem aktuellen Kodex-Entwurf bestätigt, dass sie mit ihrer Rolle überfordert und zu einem Standort-Risiko geworden ist. Ich bin deshalb fest überzeugt: Wir brauchen keine Corporate-Governance-Reform, sondern eine Revolution.

Diese Forderung mag einige überraschen, zumal mir vermutlich der Habitus eines Revoluzzers fehlt. Aber Spaß beiseite, denn die Sache ist ernst: Es geht beim Thema Corporate Governance nicht um juristische und betriebswirtschaftliche Feinheiten, sondern um die Zukunftsfähigkeit unserer Unternehmen und damit des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

Lassen Sie mich meine Kritik, die ich in den letzten Wochen in einer Serie von Kommentaren in den GermanBoardNews geäußert habe, nochmal in drei Thesen zusammenfassen.

  • Erstens: Die Regierungskommission repräsentiert nicht die Wirtschaft.

Statt Unternehmern, Vorständen und Aufsichtsräten dominieren dort in der Kommission Investoren, Aktionärsschützer, Wirtschaftsprüfer und Vertreter der Finanzbranche. Damit definiert ein kleiner Kreis außenstehender Stakeholder – ernannt von Bundesjustizministerium und -kanzleramt – was „gute Unternehmensführung“ ausmacht.

Von einer Selbstregulierung der Wirtschaft, wie sie einst vorgesehen war, kann damit keine Rede sein: Wir erleben eine Fremdverpflichtung; den Unternehmen wird unter dem Deckmantel der Selbstregulierung das Zaumzeug angelegt.

  • Zweitens: Der Corporate-Governance-Kodex gängelt, statt zu helfen.

Die Folge dieser Fremdverpflichtung ist…

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