Corporate Governance aktuell – Personal Governance: Wie können Aufsichtsräte (noch) besser werden?

Corporate Governance

Ich habe mich in den vergangenen Wochen auf verschiedenen Ebenen mit dem Corporate-Governance-Kodex befasst und argumentiert, das Unternehmen kein starres Korsett, sondern Leitlinien brauchen. Das gilt meines Erachtens erst Recht für die Verantwortlichen selbst, und diesem Anspruch versuchen wir mit den Berufsgrundsätzen der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) gerecht zu werden, die wir als unseren „Personal-Governance-Kodex“ bezeichnen.

Wir haben darin zwölf prägnante Prinzipien zu Themen wie „Unabhängigkeit“, „Aus- und Fortbildung“ oder „zeitliche Verfügbarkeit“ definiert, an denen sich Aufsichtsräte orientieren sollten, um (noch) besser zu werden.

Und an den Formulierungen werden Sie merken: Unsere Grundsätze sind – anders als der Corporate-Governance-Kodex für Unternehmen – kein starres Korsett, sondern Anregungen und Leitlinien, deren konkrete Ausgestaltung Ihnen überlassen ist.

Impulse statt Gängelei

Dahinter steckt eine Philosophie, die im Gegensatz zum Ansatz der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK) steht: Wir wollen niemandem bevormunden, sondern Hilfestellung und Impulse geben, über Governance-Themen nachzudenken, zu diskutieren – und die Prinzipien so umsetzen, wie es beim jeweiligen Unternehmen bzw. bei der jeweiligen Person am sinnvollsten ist.

Ich bin überzeugt: Auf diese Weise fördern wir eine positive Herangehensweise und eine eigenverantwortliche Personal-Governance-Kultur. Und die wachsende Zahl von VARD-Mitgliedern und die intensiven Debatten, die wir führen, bestärken mich in der Überzeugung, dass diese Kultur angemessener und zielführender ist als jede Gängelei. Es ist deshalb höchste Zeit, dass auch der Corporate-Governance-Kodex zum Kultur-Treiber wird.

Ergänzungen, Anmerkungen, Widerspruch? Ich freue mich auf Ihr Feedback: dehnen@vard.de

Editorial von Peter H. Dehnen -> Zur Person.