Corporate Governance aktuell – Gute Aussichten für 2019: Das Team „Governance-Reform“ wächst!

Governance

Nach zwei Wochen Winterpause melden wir uns mit den GermanBoardNews zurück. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber für mich ist die Zeit um den Jahreswechsel immer wichtig, um die letzten zwölf Monate Revue passieren zu lassen, den Blick zu schärfen und neue Gedanken zu entwickeln.

Rückblickend muss man sagen: Aus Governance-Sicht ist ein Großteil des vergangenen Jahres enttäuschend verlaufen – und zwar quer durch die Wirtschaft von ThyssenKrupp (wo aktivistische Aktionäre einen Etappensieg errungen haben) bis hin zu Bayern München (wo Uli Hoeneß trotz prominenter Aufsichtsräte weiter durchregieren darf).

Zudem hat sich die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK) nicht mit Ruhm bekleckert. Erst blockierte das Gremium um Rolf Nonnenmacher eine breit angelegte, offene Debatte über die vollmundig angekündigte Kodex-Reform – und legte dann im November einen Entwurf vor, den man allenfalls als halbherzig bezeichnen kann.

Der Anfang vom Ende?

Immerhin: In der Folge ist die Zahl der Aufsichtsräte und Vorstände, die dies nicht klag- und widerstandslos hinnehmen wollen, deutlich gewachsen. Erst habe ich auf dem Deutschen Aufsichtsratstag viel Zuspruch für meine Forderung nach einer tiefgreifenden Corporate-Governance-Reform erhalten. Und dann meldete sich kurz vor Weihnachten mit Karl-Ludwig Kley einer der renommiertesten Aufsichtsräte zu Wort – mit scharfer Kritik an Kodex und Kommission.

All das lässt mich hoffen, dass 2019 endlich ein breiter, offener Diskussions- und Reformprozess beginnt. Der halbherzige Neu-Entwurf könnte dann der Anfang vom Ende der „one-size-fits-all“-Philosophie gewesen sein, auf der der DCGK bislang basiert. Dafür brauchen meine VARD-Mitstreiter und ich weitere Unterstützer – und ich würde mich freuen, wenn auch Sie dabei sind.

Ergänzungen, Anmerkungen, Widerspruch? Ich freue mich auf Ihr Feedback: dehnen@vard.de

Editorial von Peter H. Dehnen -> Zur Person.