Experten fordern, den Kodex ersatzlos zu streichen. Ich bin aber überzeugt: Wir brauchen einen starken Kodex für eine starke Wirtschaft.

Kodex

Ich bin nicht immer einer Meinung mit Manuel René Theisen. Doch bei der Lektüre seiner jüngsten Kolumne habe ich unweigerlich genickt. Vom ursprünglichen Ansatz der Kodex-Reform seien im Entwurf der Regierungskommission „kaum noch Spurenelemente erkennbar“, konstatiert Theisen. Die „Reanimierung“ des Kodexes müsse deshalb als gescheitert angesehen werden.

Seine Schlussfolgerung allerdings ist meines Erachtens gefährlich. „Haben wir den Mut und lassen wir es einfach sein“, schreibt Theisen – und schlägt damit vor, den Kodex ersatzlos zu streichen (so verstehe ich es jedenfalls).

Kritik ist notwendig, aber nicht ausreichend

Überhaupt fällt mir auf, dass derzeit in Sachen Corporate Governance zwar viel Kritik, aber wenig Pragmatisches zu lesen ist. Das gilt leider auch für den Personalberater Heiner Thorborg, der der Regierungskommission in seiner aktuellen Manager-Magazin-Kolumne eine „Elfenbeinturm“-Mentalität vorwirft – und seine Kritik effekthascherisch mit einer Geschichte über Winzer, Drachen und Türme ausschmückt. Aber wo bleiben die konstruktiven Vorschläge?

Bei aller inhaltlichen Kritik am Entwurf der Regierungskommission: Ich bin überzeugt, dass ein starker Kodex für eine starke Wirtschaft unverzichtbar ist. Wir brauchen einen Konsens, was „Good Governance“ im Kern ausmacht – als klares Bekenntnis zu einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung, als Selbstverpflichtung der Wirtschaft und nicht zuletzt als…

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