Denk- und Lesestoff für die GBN-Sommerpause

Wulf Matthias

Liebe GBN-Leser*innen,

bevor wir uns in die (Sommer)Pause vor der nächsten ‚Welle‘ verabschieden, noch ein „Bravo, Jens Wilhelm & Co.“!

Wer ist das? Jens Wilhelm, Vorstand Union Investment, aber auch: Mitglied der DCGK-Kommission (von der man lange nichts gehört hat) und Vorstands- und Präsidiumsmitglied des Deutschen Aktieninstituts (auch von Union Investment finanzierte Geschäftsstelle der DCGK-Kommission).

Ich gebe zu, dass ich mir diese kleinen ‚Sticheleien‘ in Richtung DCGK-Kommission und Transparenz nicht verkneifen kann. Das ist nichts Persönliches, aber wie sagt der weise Dichter: „Der Fisch stinkt vom Kopf“. Und Corporate Governance in Deutschland ist – pardon – immer noch auf dem Niveau eines … (nein, ich schreibe es nicht aus).

Aber Scherz beiseite: seit Jahren treiben wir mit #FGG (FutureGoodGovernance) die Diskussion in Richtung Transparenz und Nachhaltigkeit voran und fordern einen DCGK, der den Namen verdient – nämlich einer, der die Person des Entscheiders in die Pflicht nimmt (siehe „VARD-Berufsgrundsätze“) und Räume für Nachhaltigkeit, Transparenz und Kommunikation eröffnet und nicht mit ‚check-the-box‘ jede Diskussion im Keim erdrückt. Wir hatten für 2021 schon fast die Hoffnung aufgegeben und wollten in Demut auf den nächsten ‚Koalitionsvertrag‘, oder das nächste CEO-Schreiben von ‚Larry Fink‘ (Blackrock), oder eine Postille von Hans-Christoph Hirt, oder […] warten. Aber siehe da: Jens Wilhelm präsentiert eine Union Investment Studie, die es in sich hat (wenn man sie so liest, wie sie hoffentlich gemeint ist):

„Er plädiert dafür, das Thema Corporate Governance nicht isoliert zu betrachten, sondern in einem breiteren ESG-Kontext zu sehen: „Nachhaltigkeit ist fundamental geworden. Wir wollen als Treuhänder die Transformation der Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit aktiv begleiten.“

https://presse.union-investment.de/api/de/rescue2/81461aadbfeec65bb4aea133031063167728e755e74d67281573.html

Das mag zwar auf den ersten Blick wie ein Allgemeinplatz klingen, aber die dahinterstehenden Gedanken und die Studie sind lesenswert – auch wenn ich natürlich skeptisch bleibe, was Versuche von Investoren angeht, die Deutungshoheit in Sachen Corporate Governance zu übernehmen.

NB: Das Ranking finde ich auch sehr (!!) interessant. An so etwas arbeiten wir bei GBN auch (nur viel langsamer🤪) – auch wollen wir nicht ‚anspornen‘, damit Andere ‚gehorchen‘. Wir wollen die Entscheider im deutschen Kapitalmarkt (immer wieder) ‚wachrütteln‘ und dazu bewegen, „das Heft in die Hand zu nehmen“.

Jetzt aber Schluss. Es ist Sommerpause!

Bleiben Sie vorsichtig und gesund. Und lassen Sie sich (und Ihre Kollegen/Mitarbeiter) impfen. Ich weiß, haben viele von Ihnen schon.

Tschüss & bis bald (Anfang September)

Ihr
Peter H. Dehnen