Bäte, Kaeser, Rorsted: Die eifrigsten Aktienrückkäufer im Dax

Aktienrückkäufe

Deutschlands Konzerne kaufen immer mehr eigene Aktien: Laut einer aktuellen Analyse des Handelsblatts haben sich acht Dax-Konzerne in der laufenden HV-Saison üppige Rückkaufprogramme genehmigen lassen. Parallel dazu holen Unternehmen auf Basis älterer „Vorratsbeschlüsse“ Milliarden-Volumina vom Markt. So gibt Siemens derzeit pro Jahr im Schnitt eine Milliarde Euro für eigene Aktien aus, und Adidas-Chef Kasper Rorsted kündigte im März Käufe in einer ähnlichen Größenordnung an. Auch die Allianz, die Munich Re, Covestro und SAP gehören laut Handelsblatt zu den eifrigen Aufkäufern. Wir bleiben dabei: Aufsichtsräte sollten derartige Pläne besonders kritisch hinterfragen.

Boni-Tuning zulasten von Zukunftsinvestitionen?

Schließlich besteht die Gefahr, dass Vorstände vor allem den Kurs pflegen und damit ihre Boni tunen wollen – womöglich zulasten von Zukunftsinvestitionen. Zudem sind Aktienrückkäufe für uns mehr denn je ein unternehmerischer Offenbarungseid, weil es angesichts der digitalen Transformation wichtiger wäre, in neue Technologien, Startups oder die Weiterbildung von Mitarbeitern zu investieren. Eine Ausnahme lassen wir aber gelten: Siemens-Chef Joe Kaeser reicht zurückgekaufte Aktien an die Mitarbeiter weiter, um eine „Ownership Culture“ zu schaffen. Warum Mitarbeiterbeteiligungen gerade mit Blick auf die Digitalisierung wichtig sind, haben wir hier aufgeschrieben.