Frenzel & Großmann raus? Bahn-Aufsichtsrat wird zum Politbüro

Michael Odenwald

Der neue Aufsichtsratschef Michael Odenwald hält offenbar wenig von unternehmerischer Erfahrung: Wie das Handelsblatt Ende vergangener Woche berichtete, will der frühere Verkehrsstaatssekretär mit Christian Schmidt (CSU) und Eckhardt Rehberg (CDU) zwei weitere Politiker in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn holen. Dafür sollen der frühere Tui-Chef Michael Frenzel und der Unternehmer und Ex-RWE-Boss Jürgen Großmann weichen – womit im Kontrollgremium aufseiten der Wirtschaft nur noch die Beraterin Susanne Knorre und der Unternehmer Jürgen Krumnow übrig bleiben würden.

Nachfolgeplanung: Wenn die Politik dazwischen funkt

Parteien-Proporz statt unternehmerische Expertise: Wo das hinführen kann, haben wir beim Flughafen BER gesehen. Dass Odenwald dennoch diesen Weg einschlägt, hätten wir deshalb nicht für möglich gehalten – zumal nun eine Fortsetzung dessen droht, was seinen Vorgänger zur Verzweiflung getrieben hat: „Die Politik hat durch viele Wünsche, Taktierereien und Vorgaben die Arbeit des Aufsichtsrats immer schwieriger gemacht“, berichtete der tapfere Utz-Hellmuth Felcht nach seinem Abschied als Aufsichtsratschef – und verwies auf die mehr als holprige Nachfolgeplanung: Das „professionellste Auswahlverfahren“ bringe nichts, wenn die Politik ständig dazwischenfunke.  Wir fürchten: Künftig wird noch mehr gefunkt.