HV-Saison & Aufsichtsräte: Warnschüsse, aber keine Revolte – vorerst

Aufsichtsräte

Es ist also bei einem prominenten Opfer geblieben: Stefan Wolf, abgewählter Aufsichtsratschef des Automobilzulieferers Norma. Darüber hinaus haben Investoren wie Deka oder Union Investment in der abgelaufenen HV-Saison zwar teils harsche Kritik an Aufsichtsratskandidaten geübt und dabei auch keine Scheu vor großen Namen wie Jürgen Hambrecht oder Wolfgang Reitzle gezeigt. Aber sie schafften es nicht, genug andere Aktionäre auf ihre Seite zu ziehen – die meisten umstrittenen Kandidaten durften sich auf der jeweiligen Hauptversammlung sogar über bequeme Mehrheiten freuen.

Wie Aufsichtsratschefs den Worst Case verhindern

Wird die Revolte der Aktionäre damit im Sande verlaufen? Sicher, es könnte ähnlich laufen wie bei den Boni: Nachdem Investoren 2017 in drei prominenten Fällen – Munich Re, ProSiebenSat1 und SAP – die Vergütungssysteme abgelehnt hatten, spielte das Thema in der diesjährigen HV-Saison kaum noch eine Rolle. Das lag aber vor allem daran, dass Aufsichtsratschefs wie Hasso Plattner das Gespräch mit Kritikern gesucht und wichtige Veränderungen vorgenommen haben. Wir empfehlen: Auch in Sachen Aufsichtsratskandidaten sollten Verantwortliche nun den Diskurs mit Investoren suchen und ein vernünftiges Maß an Reformbereitschaft zeigen – vor allem, was die Themen Ämterhäufung („Overboarding“) und Kompetenz angeht. Denn dort liegt Einiges im Argen – und wenn es weiterläuft wie bisher, wird es 2018 nicht bei einem Opfer bleiben.