Managergehälter: Wie üppige Saläre den Teamgeist schwächen

Managergehälter

Wir können lange darüber streiten, ob die üppigen Managergehälter moralisch vertretbar sind. Was in der Debatte aber oft vergessen wird: Es gibt auch handfeste betriebswirtschaftliche Argumente gegen die hohen Saläre für Vorstände, und die gehen weit über die Tatsache hinaus, dass sie den Gewinn schmälern. Denn noch gefährlicher ist aus unserer Sicht, dass sie den Teamgeist in der Führungsriege erheblich belasten können – und zwar wegen des großen Gehaltsgefälles. Wenn ein Vorstand zehn Millionen und ein Manager der zweiten 800.000 Euro erhält, sei der Unterschied „viel zu hoch“, kritisierte jüngst der Experte für Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes.

Digitalisierung: „Flachere“ Vergütungssysteme für flachere Hierarchien

Und tatsächlich: Während Aufsichtsräte Agilität und Teamgeist als Antwort auf die Digitalisierung beschwören, verantworten sie Vergütungssysteme, die entgegengesetzte Anreize schaffen; gezahlt wird weiter, als wären die Chefs die größten Experten, die weitgehend im Alleingang über Wohl und Wehe des Unternehmens entscheiden. Das ist ein gefährlicher Anachronismus, weil es im Zeitalter der digitalen Transformation mehr denn je darauf ankommt, dass alle Führungskräfte gute Ideen haben und richtige Entscheidungen fällen. Wir meinen: Wer unteren Ebenen mehr Verantwortung überträgt, muss sie auch finanziell näher an die Vorstände bringen. Das sollte heißen: Von den Vorständen nehmen – und anderen Führungskräften geben.