ThyssenKrupp: Wie Armin Laschet das Ruder rumreißen könnte

Armin Laschet

Wir haben in der vergangenen Woche bereits darauf hingewiesen: Eines der größten Probleme in der Causa ThyssenKrupp ist aus unserer Sicht, dass es im elfköpfigen Kuratorium der Krupp-Stiftung an Management-Expertise mangelt. Stattdessen dominieren Wissenschaftler wie die Vorsitzende Ursula Gather (Mathematik) und ihr Stellvertreter Reimar Lüst (Astrophysik), die die Usancen der Konzernwelt nicht kennen – und deshalb im Konflikt mit den aggressiven Investoren Cevian und Elliott schwere Fehler gemacht haben. Damit sich das nicht wiederholt, müssen endlich erfahrene Manager in das Kuratorium einziehen und der Stiftung ihren Stempel aufdrücken.

Lautenschläger und Schmidt vs. Gather und Lüst?

Nur dadurch ließe sich sicherstellen, dass die Stiftung in der Strategie-Debatte professioneller agiert und zudem geeignete Experten in den ThyssenKrupp-Aufsichtsrat schickt. Ein wichtiger Impuls für einen Neuanfang könnte vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) ausgehen, der Ende 2017 ins Kuratorium eingezogen ist. Wir hoffen jedenfalls, dass er zum Wohle des Unternehmens aktiv wird und das Ruder rumreißt – womöglich gemeinsam mit wirtschaftskompetenten Kuratoriumsmitgliedern wie der EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger und dem Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt. Kandidaten, die ihren Posten zur Verfügung stellen könnten, gibt es jedenfalls – zum Beispiel der 95-jährige Lüst oder der 80-jährige Fritz Pleitgen.