Zuckerberg, Musk, Samwer: Liebe Gründer, entmachtet Euch!

Oliver Samwer

Neben den markigen Sprüchen von Elon Musk machten beim Elektroautobauer Tesla zuletzt vor allem erhebliche Lieferprobleme Schlagzeilen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wiederum musste nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica bei der Politik zum Rapport antreten. Und Deutschlands bekanntester Gründer Oliver Samwer tut sich schwer, junge Wachstumsfirmen zu etablierten Unternehmen weiterzuentwickeln. Drei Probleme – eine Ursache: Viele Gründer verpassen den richtigen Zeitpunkt, um Macht abzugeben, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und damit für ein effektives Korrektiv zu sorgen.

Lasst Euch unangenehme Fragen stellen!

Denn klar ist: Wer ein gutes Gespür für erfolgsversprechende Geschäftsmodelle hat und entschlossen eine betriebliche Infrastruktur aufbauen kann, ist deshalb noch lange kein guter Chef – und häufig sogar ein schlechter, weil bei der Führung etablierter Unternehmen andere Qualitäten gefragt sind. Um die nächste Stufe zu zünden, könnten erfolgreiche Gründer zum Beispiel einen Aufsichtsrat mit unabhängigen Mitgliedern installieren, die qualifizierte Vorstände auswählen und unangenehme Fragen zu Strategie und Führungsstil stellen. Aber dafür ist natürlich ein gewisses Maß an Demut notwendig, dass in den erfolgreichen Anfangsjahren bisweilen verloren geht.