Paul Achleitner: Schluss mit den Rochaden – auch im Aufsichtsrat!

Paul Achleitner

Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Strategy& offenbart Bedenkliches: Deutschlands Vorstandschefs bleiben immer kürzer an Bord. Allein 2017 wechselten 24 der 300 größten Unternehmen ihren CEO aus – so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die durchschnittliche „Verweildauer“ ist damit auf 5,1 Jahre gesunken (internationaler Durchschnitt: sieben Jahre). Der Hauptgrund: Deutschlands Chefs müssen häufig vorzeitig gehen – 25 Prozent der Vorstandswechsel im vergangenen Jahr waren der Studie zufolge nicht geplant (internationaler Durchschnitt: 19 Prozent).

Deutsche-Bank-Aufsichtsräte: Zwei Jahre reichen nicht

Leider hat sich der Trend zum schnellen Rauswurf im bisherigen Jahresverlauf fortgesetzt, wie die Fälle Heinrich Hiesinger (ThyssenKrupp) und John Cryan (Deutsche Bank) zeigten. Bei der Deutschen Bank gab es damit in der gut sechsjährigen Ägide von Aufsichtsratschef Paul Achleitner bereits vier (Co-)Vorstandschefs. Und leider beschränkt sich die hohe Fluktuation nicht auf den Vorstand: Auch im Aufsichtsrat tauscht Achleitner munter aus; die durchschnittliche Amtszeit der 20 Kontrolleure liegt derzeit bei zwei Jahren. In diesem Jahr traten bereits sieben Neue an, darunter der Investmentbanker John Thain und der Ex-Deutschland-Chef von PwC, Norbert Winkeljohann. Wir meinen: Insbesondere die Deutsche Bank braucht dringend mehr Kontinuität. Und zwar auf allen Ebenen.