Ryanair-Chairman David Bonderman: Wer nicht mit der Zeit geht…

David Bonderman

… geht mit der Zeit. Diese Weisheit sollte sich Ryanair-Chairman David Bonderman ganz besonders zu Herzen nehmen. Denn der 75-jährige Milliardär erweckt zunehmend den Eindruck, dass er sich alte Zeiten zurückwünscht. So musste er im vergangenen Jahr das Board des US-Mobilitätsdienstleisters Uber nach einer abwertenden Bemerkung über Frauen verlassen. Auf ein Plädoyer seiner Board-Kollegin Arianna Huffington (Huffington Post) für mehr Frauen in Führungspositionen hatte Bonderman erwidert, dass dann „sehr viel mehr Gerede“ drohe (wofür er sich hinterher entschuldigte).

Gewerkschaftsfeind und O’Leary-Freund?

Im Vorfeld der Ryanair-Hauptversammlung in dieser Woche geriet der Private-Equity-Unternehmer nun erneut in die Kritik: Die International Transport Workers Federation, die Ryanair-Mitarbeiter vertritt, hat in einem Brief an Aktionäre Bondermans Abwahl gefordert. Er sei Teil einer „stark gewerkschaftsfeindlichen Unternehmenskultur“ und ein „enger Freund“ von CEO Michael O’Leary. Ryanair brauche aber einen Chairman, der das Management herausfordert und sich allen Stakeholdern verpflichtet fühlt. Auch wir fürchten: Der Habitus, mit dem die Ryanair-Verantwortliche gegenüber Mitarbeitern auftreten, dürfte dem Unternehmen langfristig schaden. Wir empfehlen O’Leary und Bonderman deshalb, sich mit der deutschen Mitbestimmung und deren positiven Effekten zu beschäftigen (und stehen ihnen für etwaige Nachfragen gerne zur Verfügung).