Baywa-Chef Klaus Lutz: Der letzte Sonnenkönig?

Klaus Lutz

Es ist eines der kritischsten Porträts, das wir in den letzten Jahren gelesen haben: Das Manager Magazin schreibt in seiner aktuellen Ausgabe über Klaus Lutz, der seit zehn Jahren die Geschicke des größten deutschen Agrarkonzerns Baywa lenkt – und kritisiert sein „großes Ego“ und seinen „barocken und selbstgefälligen Führungsstil“. Der 60-Jährige sei ein „Alleinherrscher, der nur Untertanen kennt“ und „jede Widerrede als Affront versteht“. Nun sind wir weit davon entfernt, voreilig in den Chor der Kritiker einzustimmen – zumal keiner der Insider, die das Manager Magazin zitiert, namentlich genannt werden wollte.

Welche Fragen der Baywa-Aufsichtsrat aufwirft

Eines stimmt uns allerdings nachdenklich, und das ist der Aufsichtsrat des genossenschaftlichen Konzerns (Hauptaktionär: die Bayerische Raiffeisen Beteiligungs AG). Denn dort dominieren altgediente Volksbanken-Funktionäre – allen voran Gremienchef Manfred Nüssel (CSU), der sein Mandat seit 1983 ausübt und vor 18 Jahren den Vorsitz übernahm. Zudem gibt es Anzeichen für Interessenkonflikte, so hat Baywa 2015 das Unternehmen PC-Agrar gekauft, wo Nüssel den Verwaltungsrat leitete. Von einer professionellen und unabhängigen Überwachung gemäß moderner Corporate-Governance-Standards kann bei Baywa damit keine Rede sein. Und das spricht für die These vom Sonnenkönig Lutz.