Diversity: Herrscht in Aufsichtsräten noch der „Muff der 60er Jahre“?

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Der frühere McKinsey-Partner und Steinmeier-Berater Markus Klimmer, der heute als Investor aktiv ist, hat Deutschlands Aufsichtsräte harsch kritisiert: In den Gremien herrsche häufig noch immer „der Muff der 60er Jahre“, sagte er dem Manager Magazin. Personalberater würden sich deshalb „immer noch scheuen“, homosexuelle Talente für Top-Positionen im Management vorzuschlagen. Auf diese Weise erschwere eine unheilvolle Allianz von Headhuntern und Aufsichtsräten Karrieren von Homosexuellen.

Wer bremst – die Aufsichtsräte oder die Personalberater?

Zunächst: Der Muff der 60er herrscht nach unserer Wahrnehmung nur noch selten. Viele Gremien haben eine Verjüngungskur hinter sich; immer öfter sitzen junge Digitalprofis oder Gründer neben erfahrenen Managern (was auch auf dem jüngsten Deutschen Aufsichtsratstag deutlich wurde). Allerdings gibt es laut Manager Magazin hierzulande noch „keinen bekennenden Homosexuellen, der es zum CEO eines großen Konzerns gebracht hat“. Das klingt tatsächlich ein wenig „muffig“, um im Bild zu bleiben. Aber womöglich sind die Bremsklötze ja gar nicht die Aufsichtsräte, sondern die Personalberater, die lieber auf ausgetretenen Pfaden wandeln? Wir sind sicher: Für die allermeisten Aufsichtsräte spielt die sexuelle Orientierung bei der Auswahl von Vorständen die Rolle, die ihr gebührt. Nämlich keine.