Dieter Zetsche: Höhere Managergehälter = bessere Chefs?

Managergehälter

Seit die „BILD am Sonntag“ über die üppigen Pensionsansprüche des scheidenden Daimler-Chefs Dieter Zetsche berichtet hat, sind Managergehälter wieder in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. So hat das Handelsblatt zu Recht angemerkt, dass Vorstände in Zeiten von Millionengehältern durchaus selbst fürs Alter vorsorgen können. Andererseits: Im Wettbewerb um Management-Talente müssen Aufsichtsräte eben bisweilen alle Register ziehen (dürfen). Starre Pauschalvorgaben für Vorstandsvergütungen, die unternehmerische Spielräume beschränken, sind deshalb aus unserer Sicht gefährlich.

Was bei der Diskussion zu kurz kommt

Allerdings sind wir überzeugt, dass Aufsichtsräte intensiver über Managergehälter diskutieren müssen. Zwei Aspekte kommen uns dabei derzeit zu kurz. Erstens: Wer Teamgeist predigt, darf nicht zahlen, als würde der CEO alles alleine regeln. Sein Gehaltsvorsprung muss deshalb sinken. Zweitens: Wer sagt eigentlich, dass Aufsichtsräte durch höhere Gehälter bessere Manager locken? Wir sehen die Gefahr, dass dann Chefs kommen, die vor allem finanziell motiviert sind – was langfristiges Denken erschweren kann. Sicher: Das muss nicht sein. Aber Aufsichtsräte müssen eben diskutieren, ob es so ist. Und deshalb brauchen wir einen Kodex, der solche Diskussionen fördert, statt sie durch starre Vorgaben im Keim zu ersticken – auch bei den Vorstandsvergütungen. Ein Grund mehr, den laufenden Reformprozess zu stoppen.