Managerhaftung bei Bilfinger: Wilsing vs. Hoffmann-Becking

Bilfinger Managerhaftung

Müssen zwölf frühere Bilfinger-Vorstände Schadensersatz zahlen, weil sie zu wenig gegen Korruption unternommen und dem Unternehmen damit mehrere Skandale beschert haben? Zwei Koryphäen ihrer Zunft sind unterschiedlicher Auffassung: Hans-Ulrich Wilsing (Linklaters) sieht „schwerwiegende Pflichtverletzungen“, Michael Hoffmann-Becking (Hengeler Mueller) hält die Versäumnisse für überschaubar. Der Bilfinger-Aufsichtsrat hat deshalb kurzerhand ein drittes Gutachten zur Managerhaftung erstellen lassen, diesmal von Matthias Habersack, Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Ex-CEO Roland Koch: zu lang am Pranger

Habersack „stütze die Auffassung“ von Wilsing, berichtet nun das Handelsblatt. Bilfinger plane deshalb zunächst einen „Dialog“ mit den Managern um den früheren Vorstandschef Roland Koch. Wir meinen: Der hätte schon längst beginnen müssen. Und auch die Gutachter-Schlacht erweckt den Eindruck, als täten sich Aufsichtsratschef Eckhard Cordes und sein Team schwer mit klaren Entscheidungen. Das wird der Sache nicht gerecht – und auch nicht den Ex-Vorständen. Denn sie stehen jetzt schon ein Jahr am Pranger, ohne dass eine Klärung näher rückt.