Frauenquote: Wie Zalando & Co. neue Gesetze provozieren

Frauenquote

Ja, eine Zielgröße von „0 Prozent“ für die Frauenquote mag vorübergehend sinnvoll sein – zum Beispiel, wenn ein Vorstand aus nur zwei bis drei Männern besteht, die sich durch unterschiedliche „Mindsets“ auszeichnen. Allerdings müssen sich Unternehmen in solchen Fällen schon die Mühe machen, ihre Motive im Geschäftsbericht nachvollziehbar zu erläutern. Davon kann leider vielfach keine Rede sein. So kritisiert das Handelsblatt den Autozulieferer Norma, der lapidar darauf verweist, dass höhere Zielgrößen nicht im Interesse des Unternehmens seien.

Die Frauenquote für Vorstände rückt näher

Zalando wiederum behaupte schlicht, für zwei neu geschaffene Vorstandsposten habe es keine Kandidatin gegeben (vor der Erweiterung des Vorstands hatte der Online-Händler noch mit der „schlanken Vorstandsstruktur“ argumentiert). Und TLG Immobilien betont laut Handelsblatt sogar, dass die Zielgröße „null“ bis 2022 „nicht unterschritten werden“ soll. Wir meinen: Wer es sich derart einfach macht oder das Thema Diversity gar ins Lächerliche zieht, muss sich nicht wundern, wenn er als „Totalverweigerer“ gilt. Zudem liefert die Nonchalance all jenen eine Steilvorlage, die strenge Sanktionen und eine verbindliche Frauenquote für Vorstände fordern.