Achleitner oder Pötsch: Wer bekommt den größeren Rüffel?

Hauptversammlung

Der Bayer-Aufsichtsrat ist auf der Hauptversammlung letzte Woche mit einem blauen Auge davongekommen: Anders als der Vorstand wurden die Aufseher entlastet – allerdings lediglich mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit. Das darf man als klaren Denkzettel für Aufsichtsratschef Werner Wenning verstehen. Einen solchen dürften in den kommenden Wochen weitere Chefkontrolleure bekommen, allen voran Paul Achleitner: Laut Handelsblatt spielt „mindestens ein großer Aktionär“ der Deutschen Bank mit dem Gedanken, den Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung am 23. Mai nicht zu entlasten.

VW-Großaktionäre: Stimmenmehrheit von fast 90 Prozent

Zudem wird nach der Anklage gegen Martin Winterkorn die Kritik an VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch lauter: Investoren fordern mit wachsender Vehemenz seinen Rücktritt, weil er unter Winterkorn Finanzvorstand war. Das schade der Aufarbeitung des Diesel-Skandals. Pötsch hat aber einen Vorteil gegenüber Paul Achleitner: Solange Großaktionär Porsche zu ihm hält, können rebellische Investoren (von denen mehrere die Nicht-Entlastung beantragt haben) auf der HV am 14. Mai ohnehin nichts ausrichten. 2018 wurde Pötsch jedenfalls mit fast 99 Prozent entlastet: Neben der Porsche Holding stellten sich auch Niedersachsen und Katar hinter ihn (gemeinsam hat das Trio fast 90 Prozent der Stimmrechte). Spannend wird deshalb vor allem, wie die übrigen Aktionäre abstimmen – bei VW reichen schon ein paar Prozentpunkte für einen Denkzettel.