Baumann, Steilemann, Wenning: Die schlechtesten Redner im Dax

HV-Reden

Angesichts zunehmend kritischer Aktionäre gewinnen die HV-Reden der Aufsichtsrats- und Vorstandschefs an Bedeutung. Denn wer sein Publikum überzeugt, kann entscheidende Stimmen auf seine Seite ziehen. Diese Chance hat Bayer-Chef Werner Baumann jedoch verschenkt: Laut einer aktuellen Analyse des Kommunikationswissenschaftlers Frank Brettschneider war seine Rede die bislang unverständlichste dieser HV-Saison. Die Glyphosat-Thematik habe ihn „unter Rechtfertigungsdruck“ gebracht. Das sei „ein Umstand, der zu einer komplexeren Sprache führen kann“, kommentiert Brettschneider.

Bandwurmsätze statt klarer Botschaften

So bestand ein typischer Baumann-Satz aus 16 Wörtern (Dax-Durchschnitt: 9,6). Hinzu kam, dass viele seiner Sätze mit Informationen überfrachtet waren. Insgesamt erhielt der Bayer-Chef nur 7,8 von 20 Punkten und lag damit weit hinter dem Vorletzten: Covestro-CEO Markus Steilemann erreichte elf Punkte, sein Munich-Re-Pendant Joachim Wenning 12,7 (nach 8,4 im Vorjahr). Vorne liegt zur Halbzeit der HV-Saison Telekom-Chef Tim Höttges, der schon in den vergangenen drei Jahren Erster wurde. Dicht hinter ihm liegen Theodor Weimer (Deutsche Börse) und Elmar Degenhart (Conti). Beide hielten bessere HV-Reden als im Vorjahr.