Deutsche Börse: Woran das Wachstumssegment Scale scheitert

Deutsche Börse

Der neue „Neue Markt“ gerät in die Kritik. Über das Börsensegment Scale würden „auch dubiose Firmen ungestört um das Geld von Privatinvestoren“ werben, schrieb die WirtschaftsWoche Anfang Juni. Dabei wollte die Deutsche Börse genau das vermeiden, als sie das Segment für Gründer und Mittelständler vor zwei Jahren eröffnete: Auf keinen Fall sollten Skandale wie am „Neuen Markt“ das Vertrauen erschüttern. Die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD) und wir hatten deshalb damals einen Paradigmenwechsel vorgeschlagen: Warum nicht Corporate-Governance-Kriterien wie einen unabhängigen Aufsichtsrat zur Bedingung für ein Scale-Listing machen?

Die Börse als Governance-Treiber – warum nicht?

Wir sind heute mehr denn je überzeugt, dass das der beste Weg wäre, um Skandalen vorzubeugen, Vertrauen zu schaffen und die Aktienkultur zu stärken. Denn die finanziellen Kriterien, die die Börse Unternehmen auferlegt, sagen nichts aus über Unternehmensführung und Unternehmenskultur. Wir schlagen deshalb vor: Die Deutsche Börse sollte ihre Rolle neu definieren und Corporate-Governance-Standards etablieren, statt in Erbsenzähler-Manier Finanzkennziffern zu prüfen. Das würde die Unternehmens- und Aktienkultur gleichermaßen stärken und wäre eine wirklich zukunftsweisende Initiative. Wie wär’s, Theodor Weimer und Joachim Faber?