Tönnies: Erbitterte Fehde um Beiräte, Schweine und Wasserleichen

Tönnies

Als hätte Clemens Tönnies derzeit nicht genug Ärger, ist der Streit mit seinem Neffen Robert wieder voll entflammt. Diesmal geht es um den Konzern-Beirat, der im Zuge des „Westfälischen Friedens“ vor gut zwei Jahren eingerichtet wurde: Wie wir damals befürchteten, ist das Gremium „zum Nukleus neuer Auseinandersetzungen“ geworden. So wirft Robert Tönnies den Beiräten Siegfried Russwurm und Reinhold Festge laut Manager Magazin „fahrlässiges Abstimmungsverhalten“ vor, seit sein Kandidat nicht in die Geschäftsführung berufen wurde.

Schweine für Doktorarbeit ertränkt

Jetzt hat Tönnies nachgelegt und Beiratschef Festge sogar zum Rücktritt aufgefordert. Grund ist dessen Doktorarbeit über die „Alkoholdiffusion bei Wasserleichen“, für die Schweine alkoholsüchtig gemacht und ertränkt wurden: „Dabei wurden die Tiere von Ihnen an den Hinterläufen festgehalten und kopfüber in die Fässer getaucht; der Ertrinkungsvorgang dauerte bis zu 12 Minuten an“, schrieb Tönnies vor wenigen Wochen in einem Brandbrief, den die „Neue Westfälische“ nun dokumentierte. Da sich die Tönnies-Gruppe zum „Tierwohl“ bekenne, sei Festge als Beiratschef untragbar – auch wenn die Experimente mehr als 40 Jahre zurücklägen. Wir fürchten: Der Brief wird für eine weitere Eskalation sorgen. Die Konstruktionsfehler im Corporate-Governance-System – allen voran unklare Verantwortlichkeiten Doppelbesetzungen in den Gremien – liefern dafür reichlich Ansatzpunkte.