Simone Menne: Abrechnung mit Deutschlands Aufsichtsratschefs

Simone Menne

Sind die Chefkontrolleure unserer Konzerne unverbesserliche Chauvinisten? Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man Simone Menne zuhört. „Da gibt es noch Sprüche, die man sich kaum vorstellen kann“, erzählte die Multi-Aufsichtsrätin jüngst im Interview mit der ZEIT. „In unserer Branche gibt es keine Frauen“, heiße es dann beispielsweise. „Oder: Die ist intellektuell noch nicht so weit. Oder es werden Witzchen gemacht. Die Herren sind teilweise über 70 und kennen es nicht anders. Das muss sich ändern.“ Wir fürchten: Simone Menne hat Recht.

Unverbesserliche Chauvis bekommen Contra

Etliche Aufsichtsratschefs gehören noch zur alten Garde, die in den 50er- und 60er-Jahren aufwuchs und das damalige Rollenverständnis noch nicht vollends abgelegt hat. Die gute Nachricht ist aber: Die Zahl derer, die anders ticken, wächst. Und unverbesserliche Chauvis bekommen dank des Generationswechsels und steigender Frauenquote immer öfter Contra. Wichtig wäre aber, dass weibliche und junge Aufsichtsräte auch in die Schaltzentralen der Aufsichtsräte aufrücken. Sie sitze leider „nicht in den Ausschüssen, die entscheiden“, sagt Multi-Aufsichtsrätin Menne (Deutsche Post, BMW). Allerdings ist auch hier ein positiver Trend zu beobachten: Immer öfter ziehen Frauen in wichtige Ausschüsse ein, etwa bei Vonovia oder der Deutschen Börse. Das darf so weitergehen.