Zapf & Co: Brandaktuelle Lehren aus der Räuber-Geschichte

Lehren aus der Räuber-Geschichte

Erinnern Sie sich noch an Klaus Zapf? Der schrullige Umzugsunternehmer, der 2014 gestorben ist, hielt über Jahre Deutschlands Aktiengesellschaften auf Trab. Vielen galt er als Inbegriff eines „räuberischen Aktionärs“ – jener Spezies also, die mit Anfechtungsklagen HV-Beschlüsse blockierte, um Unternehmen zu teuren Vergleichen zu zwingen. Zu Spitzenzeiten identifizierte der Aktienrechtler Theodor Baums mehr als 40 sogenannte Berufskläger, zu denen er neben Zapf weitere illustre Investoren wie Karl-Walter Freitag oder Frank Scheunert zählte. Doch nach mehreren Reformen funktioniert das Geschäftsmodell nicht mehr: Der Gesetzgeber hat es geschafft, Berufskläger ausbremsen, ohne die Rechte von Kleinaktionären beschneiden. Vor einer ähnlichen Herausforderung stehen wir nun wieder.

Beeinflussung statt Blockade – Was Aktivisten anders machen

Dieses Mal geht‘s um aktivistische Investoren wie Paul Singer (Elliott), die Entscheidungen nicht blockieren – aber aggressiv versuchen, sie zu beeinflussen. Und wir sind überzeugt: Auch sie handeln oft nur vordergründig im Sinne sämtlicher Aktionäre. Denn Aktienrückkäufe und höhere Dividenden bringen zwar kurzfristig allen was (in Form von Kursgewinnen oder Cash-Flow). Aber sie schmälern bisweilen die langfristigen Chancen, da sie zulasten von Zukunftsinvestitionen gehen. Doch wenn der Kurs dann runter geht, sind die Aktivisten längst weg – während Betriebsaktionäre, Privatanleger und andere Langfrist-Aktionäre die Suppe auslöffeln müssen. Wir müssen Aktivisten deshalb endlich mehr  entgegensetzen und haben dazu bereits einen Vorschlag gemacht. Der Sieg gegen die Berufskläger zeigt jedenfalls eindrucksvoll: Wir können aggressive Aktionäre stoppen, ohne Eigentümerrechte zu einzuschränken. Das lässt hoffen.