Deutsche Bahn vs. Airbus: Wer hat die besseren Aufsichtsräte?

Bahn Aufsichtsrat

Am kommenden Mittwoch findet eine Wahl statt, die keine ist: Auf der sogenannten Hauptversammlung der Deutschen Bahn am 25. März bestimmt der Bund den neuen Aufsichtsrat. Schon jetzt ist klar, dass der ehemalige Verkehrsstaatssekretär Michael Odenwald Chefkontrolleur bleibt. Neu in sein Gremium einziehen soll Elisabeth Winkelmeier-Becker (57), die langjährige verbraucherpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Damit bleibt die Bundesregierung ihrer Linie treu – leider: Sie nimmt die Bahn eng an die Kandare und schickt vorzugsweise Politiker in den Aufsichtsrat, statt für mehr Management-Kompetenz und unternehmerische Erfahrung zu sorgen.

Politiker als Kontrolleure? „Wünsche, Taktierereien, Vorgaben“   

Wir erinnern deshalb an die denkwürdigen Worte des ehemaligen Aufsichtsratschefs Utz-Hellmuth Felcht: „Die Politik hat durch viele Wünsche, Taktierereien und Vorgaben die Arbeit des Aufsichtsrats immer schwieriger gemacht“, sagte er anlässlich seines Ausscheidens. Leider fand er in Berlin kein Gehör – im Gegenteil: Der Bahn-Aufsichtsrat ist mehr denn je ein Politbüro; sieben (zum Teil ehemalige) Staatssekretäre, Ministerialbeamte und Abgeordnete prägen das Gremium. An ihrer Dominanz wird auch die geplante Berufung von Talanx-Finanzvorstand Immo Querner nichts ändern, weil er den früheren Deutschbanker Jürgen Krumnow ersetzt (und damit einen der wenigen verbliebenen Manager). Wir sind überzeugt, dass die Politisierung ein Irrweg ist: Um endlich besser zu werden, braucht die Bahn Aufsichtsräte, die unternehmerisch denken.

Dass es anders geht als bei der Bahn, zeigt übrigens das Beispiel Airbus: Dort schickt der Bund traditionell unabhängige Manager ins Aufsichtsgremium. Am 16. April sollen die Anteilseigner den früheren Haniel-Chef Stephan Gemkow (60) in den Verwaltungsrat wählen.