Franziska Giffey: Das wahre Problem der Frauenquote

Frauenquote

Heiner Thorborg hat die geplante „Frauenquote light“ für Vorstände scharf kritisiert. Dadurch würden „reihenweise nicht ausreichend qualifizierte Frauen nach oben befördert“, prognostiziert der Personalberater. Wir widersprechen: Der Fundus fähiger Managerinnen ist groß genug – man muss sich nur die Mühe machen, außerhalb etablierter Netzwerke zu suchen. Zugleich sind wir aber überzeugt, dass Aufsichtsräte weiter die unternehmerische Freiheit brauchen, die besten Kandidaten zu engagieren – unabhängig vom Geschlecht. Deshalb lehnen wir den Vorschlag von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) ab. Sicher: Bei vier- oder mehrköpfigen rein männlichen Vorständen wäre es häufig wünschenswert und sinnvoll, die nächste freie Stelle mit einer Frau zu besetzen.

Wie Frauen das Männerkartell knacken

Aber es gibt eben auch Fälle, in denen ein männlicher Kandidat passt wie die Faust aufs Auge – selbst unter Diversity-Gesichtspunkten. Denn bei Vielfalt geht es um mehr als um das Verhältnis der Geschlechter: Es geht um unterschiedliche Denkmuster, Kompetenzen, Nationalitäten. Deshalb kann ein männlicher Marketing-Manager aus Asien ein Gremium stärker bereichern als eine deutsche Finanzexpertin (siehe dazu: „Vorsicht vor dem Mann in der Frau“). Zudem spricht paradoxerweise ausgerechnet der Erfolg der Frauenquote für Aufsichtsräte gegen eine weitergehende Regulierung. Denn die Managerinnen, Unternehmerinnen und Wissenschaftlerinnen, die jüngst in die Kontrollgremien eingezogen sind, drängen dort inzwischen an die Schaltstellen. Deshalb reden sie immer gewichtigere Wörter mit, wenn es um die Besetzung der Vorstandsposten geht. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass sie das Männer-Kartell knacken – ganz ohne die „Hilfe“ von Giffey & Co.