Szene-News 02.09.2016

Aus den Gremien

Fünf Neue bei Stada

Auf der turbulenten Stada-HV haben die Aktionäre fünf neue Aufsichtsräte gewählt: Ex-Novartis-Manager Eric Cornut, Opel-Marketingchefin Tina Müller, Ex-Amgen Manager Rolf Hoffmann, Ex-Bayer Crop Science-Manager Gunnar Riemann und Birgit Kudlek, zuletzt Aenova-Managerin. Gehen muss unter anderem AR-Chef Abend, sein Vize Carl Friedrich Oetker darf dagegen bleiben (siehe „Tops“).

Gericht beruft Simon

Der Jurist Stefan Simon (Flick Gocke Schaumburg) ist nach der Bestellung durch das Amtsgericht nun offizielles Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank. Das Kontrollgremium ist damit wieder vollzählig. Das Geldhaus hatte den Personalvorschlag im Juli veröffentlicht; vor allem Großaktionär Katar soll sich für Simon stark gemacht haben.

Ex-Bahner als Marktforscher

Ralf Klein-Bölting ist auf einer außerordentlichen Sitzung des Gremiums zum neuen AR-Chef des Marktforschers GfK gewählt worden. Der 54-Jährige war bis 2009 Marketing-Chef der Deutschen Bahn. Am 13. September folgt er auf Arno Mahlert, der wegen Differenzen mit dem Großaktionär GfK Verein seinen Rücktritt verkündet hatte.

Uber-Kontrolleur ein Spion?

David Drummond, Chefjurist von Google, hat das Board des Fahrdienst-Vermittlers Uber verlassen. Zuvor sei er von Sitzungen des Gremiums ferngehalten worden, schreiben Medien. Google hatte 2013 rund 260 Millionen Dollar in Uber investiert und einen Sitz im Board bekommen. Nun konkurrieren beide Unternehmen immer stärker bei der Entwicklung autonom fahrender Autos.

 

Investoren-Szene

Gehaltsexzesse stoppen

Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment, hat in der Börsen-Zeitung „üppige Gehälter“ von Dax-Vorständen scharf kritisiert – und Aufsichtsräte aufgefordert, die Gehaltsexzesse zu stoppen. Sie müssten „endlich Rückgrat“ zeigen, mahnte Speich, der Aktionären zugleich vorschlug, „die Entlastung des Aufsichtsrats unmittelbar an die Zustimmung zur Vergütung [zu] koppeln“.

Ende der Quartalsprognosen?

Eine von der Bank JPMorgan angeführte Allianz von US-Investoren und Konzernen hat Corporate-Governance-Richtlinien vorgestellt. Demnach sollen Finanzberichte langfristiger ausgerichtet und vierteljährliche Gewinnprognosen abgeschafft werden. Kritiker werfen JPMorgan-Chef Jamie Dimon „Scheinheiligkeit“ vor.

BlackRock transparent

Die weltgrößte Investmentfirma hat ihr Abstimmungsverhalten auf Aktionärstreffen von Juli 2015 bis Juni 2016 veröffentlicht. In dieser Zeit nahm BlackRock an fast 17.000 Meetings teil und stimmte – je nach Quartal und Weltregion – bei 24 bis 46 Prozent der Unternehmen gegen Empfehlungen des Managements.

Familie setzt sich durch

Für die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger ist die AR-Wahl beim kriselnden Maschinenbauer Greiffenberger ein „Treppenwitz“. Auf der HV letzte Woche wurde Ex-CEO Stefan Greiffenberger – laut SdK Verursacher der Krise – ins Gremium befördert. Marco Freiherr von Maltzan, 2015 aus dem Aufsichtsrat auf den CEO-Posten gewechselt, wird neuer AR-Chef. Die Mehrheit der Familie Greiffenberger macht’s möglich.

 

Kurz notiert

VW-Hauptversammlung.

Der Corporate-Governance-Experte Christian Strenger hat mehrere Entscheidungen der Volkswagen-HV angefochten, darunter die Wahl von AR-Chef Hans-Dieter Poetsch sowie die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Managerhaftung.

Das Landgericht Bonn hat Schadensersatzklagen gegen Ex-Vorstände des Immobilienkonzerns IVG abgewiesen. Sie mussten demnach für umstrittene Investments keine gesonderte Zustimmung des Aufsichtsrats einholen.

Aktive Aufsichtsratschefs.

Der neue Aufsichtsratschef von BlackRock Deutschland, Friedrich Merz, sieht sich als „Active Chairman“. Die sei eine Rolle, „die wir in der deutschen Corporate Governance so erst langsam kennenlernen“.

Deutscher Aufsichtsratstag.

Das Programm für den 10. Deutschen Aufsichtsratstag am 17./18. November in Düsseldorf nimmt Formen an. Falls Sie noch nicht angemeldet haben: Den „Early-Bird-Tarif“ gibt es wegen der Sommerferien noch bis zum 15. September (urprünglich: 31. August).