Autos & Klimawandel: Kritik an Lobbyismus von Diess, Zetsche & Co.

Klimawandel

Laut Berichten von New York Times und Handelsblatt wehrt sich ein internationaler Auto-Lobbyverband, dem VW, Daimler und BMW angehören, mit umstrittenen Methoden gegen strengere Grenzwerte für den Spritverbrauch. Demnach hat die „Alliance of Automotive Manufacturers“ bei einem privaten US-Forschungsinstitut ein Gutachten in Auftrag gegeben, das Klimaforschern suspekt erscheint. Die Autoren hätten aus Hunderten Fachpublikationen „auffallend selektiv“ einige Sätze aus wissenschaftlichen Publikationen herausgepickt, zitiert das Handelsblatt Georg Feulner vom renommierten Potsdam Institut für Klimafolgenforschung“.

Menschlichen Einfluss auf Klimawandel relativieren?

Es gehe offensichtlich darum, den Eindruck zu erwecken, dass Forscher ihre Klimamodelle manipulieren. Auch einige der zitierten Forscher kritisierten das Gutachten. Seine Zitate seien „selektiert und präsentieren nicht die Gesamtheit des Artikels“, sagt etwa Paul Voosen. Verfolgen die Lobbyisten also das Ziel, den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel zu relativieren? Die deutschen Autokonzerne haben sich bisher nicht zu dem Gutachten geäußert. Im Laufe dieser HV-Saison hatten sich Vorstandschefs klar zum Kampf gegen den Klimawandel bekannt. So sagte Daimler-CEO Dieter Zetsche, die Autokonzerne seien in der Pflicht, „individuelle Mobilität, Klimaschutz und Luftreinhaltung in Einklang zu bringen“.