„Chairman’s Paradise“: Die bestbezahlten Verwaltungsratspräsidenten

Chairman's Paradise

Trotz der erfolgreichen „Abzocker-Initiative“ fließen bei den Eidgenossen weiter hohe Saläre: Laut einer aktuellen Analyse des Wirtschaftsmagazins Bilanz arbeiten 19 der 20 bestbezahlten Verwaltungsratspräsidenten Europas in der Schweiz. Top-Verdiener ist demnach Lindt-&-Sprüngli-Präsident Ernst Tanner mit 6,5 Millionen Franken, gefolgt von Christoph Franz (Roche) und Axel Weber (UBS) mit jeweils 6,4 Millionen Franken. Das entspricht rund 5,6 Millionen Euro. Erst auf Rang 20 folgt mit Axa-Präsident Denis Duverne der erste Präsident eines Konzerns, der seinen Sitz nicht in der Schweiz hat.

„Das sind schon paradiesische Zustände“

Obwohl Verwaltungsratspräsidenten schweizerischen oder französischen Zuschnitts mehr Einfluss haben als deutsche Aufsichtsratschefs, die allenfalls 800.000 Euro einstreichen, halten Kritiker das Niveau für deutlich überhöht. „Ich weiss nicht, warum sich die Präsidenten-Vergütung in der Schweiz auf diesem Niveau eingependelt hat“, zitiert Bilanz den früheren Roche-Chef Franz Humer. „Das sind schon paradiesische Zustände.“ Neben der üppigen Honorierung stoßen auch laxe Vorschriften für Kritik. VR-Präidenten, so Bilanz, dürften „noch immer vom CEO- auf den Chairman-Sessel wechseln, und es gibt keine Amtszeit-Beschränkungen“. Insgesamt lebten sie „nirgends so gut wie in der Schweiz“.