Aufsichtsrat der Woche: Reinhold Würth gibt Trump Contra

Reinhold Würth

Nachdem Top-Manager wie Joe Kaeser oder Bill McDermott gegenüber Donald Trump jüngst diplomatisch bis freundlich auftraten, hat einer der führenden deutschen Unternehmer nun vor dem Hintergrund des Handeslkonflikts klare Kante gezeigt. Er habe dafür gesorgt, „dass wir derzeit nicht in den USA investieren“, sagte Reinhold Würth (83) in einem Interview. Seine Unternehmensgruppe warte erstmal ab, „ob Trump in vier Jahren wiedergewählt wird. Würth kehrt zurück, wenn er geht“.

System Würth: Mächtiger Stiftungsaufsichtsrat, kompetente Beiräte

Der Schrauben-Konzern, der einen Jahresumsatz von 12,7 Milliarden Euro erwirtschaftet, hatte im vergangenen Jahr noch zwei US-Unternehmen gekauft und erzielt in den USA rund ein Siebtel des Umsatzes. Patriarch Würth fungiert als Aufsichtsratschef mehrerer Familienstiftungen, denen das Unternehmen gehört. In dieser Funktion sei er „sozusagen die Hauptversammlung“, die klassischen Aufgaben eines Aufsichtsrats übernimmt in erster Linie der neunköpfige Beirat, den Würths Tochter Bettina leitet. Zu den weiteren Mitgliedern des prominent besetzten Gremiums gehören Ex-McKinsey-Partner Ralph Heck, Schott-CEO Frank Heinricht und Hans-Otto Schrader (Otto Group).